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Am 22. April ist Bürgermeisterwahl in Keltern.
In Weiler soll
das Wahllokal in die Mehrzweckhalle verlegt werden, um barrierefreien Zugang zu
ermöglichen. Dies beschloss der Gemeinderat als dauerhafte Lösung für alle
kommenden Wahlen. In den anderen Ortsteilen gibt es bereits barrierefreie
Wahllokale. Die Gemeindeverwaltung wird weitere barrierefreie Wahllokale in der
Begegnungsstätte Spritzenhaus in Dietlingen und in der Aula der
Johannes-Kepler-Schule einrichten. Gehbehinderte würden die Briefwahl
nutzen, wenn sie auf Barrierefreiheit angewiesen seien, so ein Argument von
Michael Trägner (FWG). Er verwies auf die Umbaupläne der Rathäuser für
Barrierefreiheit und hielt eine Veränderung der gewohnten Wahllokale für nicht
sinnvoll. Für den Gemeindewahlausschuss wurden folgende Personen bestellt:
Vorsitzender erster Bürgermeister-Stellvertreter Alfred Schweitzer, dessen
Stellvertreter Michael Trägner, Beisitzer Manfred Dengler, dessen
Stellvertreterin Anja Jost, Dieter König, dessen Stellvertreterin Gabi Markowis,
Michael Augenstein und dessen Stellvertreter Hermann Becker. Die Bewerber für
das Amt des Gemeindeoberhauptes, zu denen der Amtsinhaber gehört, können sich ab
Montag, 16. April jeden Tag um 19 Uhr in einem Ortsteil vorstellen. Die
Reihenfolge ist Mehrzweckhalle in Dietlingen, Mehrzweckhalle in Ellmendingen,
Mehrzweckhalle in Weiler, Turnhalle in Niebelsbach und Bürgersaal im Rathaus
Dietenhausen.
Die Grillplätze der Gemeinde in
den Ortsteilen Dietlingen, Weiler und Ellmendingen sind Gefahrenquellen für
Waldbrände und zudem nach einer Verwaltungsvorschrift bisher nicht vom Forstamt
genehmigt. Danach muss der Mindestabstand von der Feuerstelle zu den Bäumen zehn
Meter betragen, die Feuerstelle darf bis zu zwei Meter Durchmesser haben und
muss den baulichen Mindestanforderungen entsprechen. Der Förster habe die
Verwaltung darauf aufmerksam gemacht, dass die Nähe der offenen Feuerstellen zu
den Bäumen die ohnehin bestehende Waldbrandgefahr noch verstärke. Zudem seien
die Grillplätze mehr Lagerfeuerplätze als Grillplätze, an denen auch nicht
geeignetes Abfallholz wie beschichtetes, lackiertes Holz oder Holzabfälle
verbrannt werde. Die Verwaltung möchte dem entgegenwirken. Der Gemeinderat
beschäftigte sich schon in der Sitzung im November mit dem Verwaltungsvorschlag,
abschließbare, massive Grillstellen gegen Kaution nach Anmeldung zu vergeben.
Das Gremium fühlte sich damals von der Idee der Verwaltung überrumpelt und
forderte mehr Informationen und Bedenkzeit. Die Verwaltung recherchierte in den
Nachbargemeinden. In Straubenhardt ist der Grillplatz eingezäunt. Die Nutzung
kostet 70 Euro sowie 100 Euro Kaution. Der Grill ist eingemauert mit einem
kleinen Dach und schwenkbarem Grillrost. Karlsbad unterhält drei nicht
eingezäunte Grillplätze mit großen eingemauerten Feuerstellen mit Rosten. Je
nach Teilnehmerzahle werden 30 oder 60 Euro Nutzungsgebühr erhoben. Für die
Abwicklung und sporadische Kontrollen hat die Gemeinde einen 400
Euro-Mitarbeiter eingestellt. In Winden im Enztal ist die Grillstelle mit einem
Metalldach abschließbar. „Das ist unser Favorit“, sagte Bürgermeister Ulrich
Pfeifer. Er möchte den Bürgern eine kostenlose Nutzung gegen Kaution erlauben,
aber schlug eine Anmeldung und Schlüsselübergabe im Rathaus vor. „Der
Gemeinderat wird gebeten, über das weitere Vorgehen zu entscheiden“, so Pfeifer.
Nun unterbreitete das Gemeindeparlament in der jüngsten Sitzung aufgrund
der ausführlichen Sitzungsvorlage mehrere Vorschläge. Um den gebotenen Abstand
von zehn Metern zur Feuerstelle zu erreichen, könnten in Dietlingen und
Ellmendingen die überhängenden Baumkronen eingekürzt werden, in Weiler zwei oder
drei der alten Bäume gefällt werden. Einen alternativen Standort sahen die Räte
nicht. Als Erwachsener sah Dieter König (SPD) die Anmeldung zum Grillen
entspannt, aber Jugendliche entscheiden spontan, so seine Erfahrung. Grillen auf
Einweggrillen sei dann nicht zu unterbinden. Auch Lagerfeuer nach dem
Grillen können kaum vermieden werden, so Michael Trägner (FWG), der auch einen
Verwaltungsaufwand sah. Man könne auch geeignetes Grillholz zur Verfügung
stellen und Müllbehälter, so Trägner. „Der Komfort kann unendlich sein. Der
Gemeinderat entscheidet, wir führen aus“, sagte Pfeifer. Schließlich
verständigte sich das Gremium bei zwei Enthaltungen darauf, dass die Verwaltung
die Kosten für Grills wie in Winden ermitteln soll und dann mit einer neuen
Sitzungsvorlage dem Gemeinderat vorgelegt wird.
Die dritte Änderung
des Bebauungsplanes „Neuberg II“ in Ellmendingen sorgte im Gemeinderat für
rege Diskussionen. Durch die steile Hanglage ist die Bebauung in diesem Gebiet
nicht so einfach, wie anfangs gedacht wurde. Planer Werner Gerhardt erklärte,
bei der Vermarktung habe sich gezeigt, dass bei den Grundstücken am Ende der
Straße bei der Wendeplatte eine Erweiterung des Baufensters sinnvoll ist. „Es
ist nicht plausibel und mir fehlen die Argumente, wenn ein Bauwilliger wissen
will, wieso hier fünf Meter Abstand eingehalten werden müssen und in anderen
baugebieten 2,50 Meter“, sagte Bürgermeister Ulrich Pfeifer. Zudem kann das
südliche Grundstück in diesem Bereich zufahrtsmäßig besser erschlossen werden,
wenn der als Grünfläche ausgewiesene Weg ein Stück weit befestigt wird. An der
Straße Neuberg von der Kehre an acht Grundstücke betreffend bis zur Treppe wurde
vorgeschlagen, dass die Garagen, begrünt, innerhalb des Baufensters von der
oberen Straße aus zugänglich sein müssen. Stellplätze, Carports und Garagen von
der talseitigen Straße lehnte der Gemeinderat mit sechs zu fünf Stimmen bei
sechs Enthaltungen ab. Würden dort Stellplätze zugelassen, verliere man die
Grünzäsur und müsste anderswo Ausgleichsmaßnahmen ausweisen, so Pfeifer.
In der Ortsmitte von Dietlingen beschloss der Gemeinderat einstimmig die
erste Änderung des Bebauungsplanes mit den örtlichen Bauvorschriften im
beschleunigten Verfahren. Das Baufenster zwischen der Bahnhof-. Bach-, Mozart-
und Westlicher Karl-Friedrichstraße wird etwas erweitert. Keltern wg.
Nach Ablauf der Amtszeit des Gutachterausschusses bestellte die Gemeinde
Keltern für die kommenden vier Jahre ab 1. Februar 2012 Gutachterausschuss
neu. Die Verpflichtung des neuen Ausschusses soll am Donnerstag erfolgen.
Nach vielen Jahren als Vorsitzender gab Otto Seebach sein Amt an seinen
Stellvertreter Dieter Rössler ab. Stellvertreter ist nun Manfred Augenstein.
Gutachter sind Otto Seebach, Klaus Becker Rüdiger Deeg, Werner Kölle, Axel
Hermann, Rolf Mertz und Richard Oßwald. Bürgermeister Ulrich Pfeifer dankte
Seebach für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement, das er mit Sachverstand
ausgeübt hatte. Seinen Nachfolger hatte er bereits eingearbeitet und steht
weiterhin als Gutachter zur Verfügung. Der Gutachterausschuss ist ein
unabhängiges, weisungsfreies Organ mit ehrenamtlichen Sachverständigen, die die
Aufgabe haben, Gebäude und Liegenschaften in der Gemeinde zu bewerten. Die
Ermittlung und Erstellung von Wertgutachten und Bodenrichtwerten sowie
Statistiken sind wichtige Grundlagen für Transparenz auf dem Immobilien- und
Grundstücksmarkt, sowie für Banken, Versicherungen und das Finanzamt. Die
Geschäftsstelle des Kelterner Gutachterausschusses betreut weiterhin Emil
Ihli im Rathaus Dietlingen. |