Keltern, 15.07.2010
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Sitzungsberichte


Terminfestlegung für erneute Jadgenossenversammlung und Investionen für den Nachwuchs beschäftigten den Rat


„Gar lustig ist die Jägerei“ heißt der Refrain im bekannten „Jäger aus Kurpfalz.“.  Dass die Jagd, zumindest aber die Verpachtung von Jagdflächen alles andere als lustig und rechtlich kompliziert ist, davon konnte Kelterns Bürgermeister auf der vorletzten Sitzung vor der Sommerpause ein anderes Lied singen. Er hatte zum 1. Juli eine Jagdgenossenschaftsversammlung (d.h. die Vertretung der rund 4 300 Kelterner Grundstückseigentümer, darunter die Gemeinde als flächenmäßig größte Grundstückseigentümerin) einberufen um, eine seither nicht vorhandene Satzung zu beschließen und einen Jagdvorstand üblicherweise in Personalunion das Gemeindeoberhaupt, zu wählen. Doch diese Sitzung war geplatzt, da nur 73 Grundstückeigentümer, die zudem nur durch 14 Personen mit Vollmacht vertreten waren, die vorgeschlagene Mustersatzung ablehnten. Nun muss eine erneute Jagdgenossenschaftsversammlung einberufen werden. Dies ist für den 29. Juli im Dietlinger Rathaussaal vorgesehen. Dabei malte das Kelterner Gemeindrat ein recht düsteres Bild über das weitere Prozedere, sprach von einem Notvorstand, der bei Nichtzustandekommen einer Satzung und Vorstandschaft vom Kreisjagdamt eingesetzt werde. Im schlechtesten Fall könnte auch die Jagdpachtvergabe, die im April kommenden Jahres für die nächsten zehn Jahre ansteht, nicht vorgenommen werden, mit der Konsequenz, dass Pachtausfälle zu verzeichnen wären und für  Wildschäden dann alle Grundstückseigentümer per Kostenumlage  aufkommen müsste. Deshalb appellierte er an alle Grundstückseigentümer von ihrem Stimmrecht in der Jagdgenossenschaftsversammlung Gebrauch zu machen und auf eine Satzungsverabschiedung zu drängen. Eine gewisse Eile herrschte auch bei der Modernisierung des Computerraums an der Grund- Haupt- und Werkrealschule Speiterling in Dietlingen. Hier war die Erneuerung von Computern, Software, verbesserter Elektroinstallation und Mobiliar mit einem Gesamtkostenaufwand von rund 32 000 Euro (pro Platz rund 1. 450 €) eigentlich auf zwei Jahre vorgesehen. Um ein verbessertes Bildungsangebot aber sofort bieten zu können, wurde die Modernisierung im Gesamten schon für dieses Jahr beschlossen. Somit steht das verbesserte Angebot schon zum neuen Schuljahr, in dem 15 Grundschüler (neun bleiben in Keltern , vier wechseln nach Birkenfeld und zwei gehen nach Remchingen) in die Haupt-  beziehungsweise Werkrealschule wechseln, zur Verfügung. Auch in den Bereich der Kleinkindbetreuung soll und muss in Keltern investiert werden. Nachdem der Gemeinderat bereits auf einer vorangegangenen Sitzung allgemein über die Kindergartenzahlen informiert wurde und entsprechend erweiterte Angebote mit personeller Aufstockung beschlossen hat. ging’s. diesmal auch um bauliche Erfordernisse für die Betreuung von Kindern ab dem ersten Jahr. „Mit insgesamt 321 angebotenen Kindergartenplätzen, einer Belegungsquote von über 90 Prozent bei den zweijährigen Kindern , sowie mit jährlichen Geburten von jahresdurchschnittlich 60 -65 Kindern und dem ab 2011 gesetzlichen Anspruch auf Betreuung ab dem ersten Jahr werden wir in Keltern mittelfristig wohl drei Kleinkindgruppen benötigen“ attestierte Bürgermeister Pfeifer, will zuvor aber eine entsprechende Bedarfsumfrage durchführen. Mit einem Anbau an den Kindergarten Uhlandstraße, zu dem bereits Planungskonzepte in der Schublade liegen will man den ersten Bedarf abdecken. Auf weitere baulichen Maßnahmen hofft man jedoch durch Altersfluktuation und Umstrukturierungen verzichten zu können. In Zusammenhang mit dem Gesamtthema wünscht sich auf der Sitzung Gemeinderat Hermann Becker, CDU eine Kostenüberrechung mit der ein Kostendeckungsgrad der Kindergartengebühren von zirka 20 Prozent anvisiert werden soll. Das Gemeindeoberhaupt sagte eine Sitzungsvorlage zur Haushaltsberatung 2011  zu.

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Finanzlage noch zufriedenstellend


Noch ist die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht ganz überstanden und manche Kommune hat noch ordentlich an den negativen Auswirkungen zu knabbern; doch Keltern scheint mit einem „blauen Auge“, zumindest für den Augenblick davon gekommen zu sein. Diesen Schluss ließ der von Kämmerer Jürgen Germann  vorgetragene Rechenschaftsbericht zur Jahresrechnung 2009 auf der vergangenen Gemeinderatsitzung zu. Er, wie auch Bürgermeister Ulrich Pfeifer ließen aber durchblicken, dass es keinen Grund zur Entwarnung gibt und es für die kommenden  Jahre weiterhin heißt „Ärmel hochkrempeln“; Ausgaben reduzieren, und / oder aber auch Gebühren anpassen und eventuell Steuern moderat angleichen, damit auch langfristig die gewohnten Standards gehalten werden können. Bei einem Volumenansatz von rund 20, 3 Millionen Euro (rund 15, 1 Millionen im Verwaltungshaushalt und 5,2 Millionen im Verwaltungshaushalt) schloss das Gemeindehaushaltsjahr 2009 mit rund 930 000 Euro weniger im Verwaltungs-, als auch rund 550 000 Euro weniger im Vermögenshalt gegenüber dem Ansatz. Mindereinnahmen gab‘s vor allen Dingen bei der Gewerbesteuer um rund 850 000 Euro gegenüber dem Ansatz von 2, 7 Millionen und beim Anteil an der Einkommenssteuer um rund 480 000 Euro gegenüber dem Ansatz von rund 4, 2 Millionen Euro. In der Summe aller Einnahmen und Ausgaben verminderte sich die Zuführungsrate vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt von 1,25 Millionen Euro auf lediglich 803 000 Euro. Nach Abzug der Tilgungen und der Kreditbeschaffungskosten in Höhe von rund 118 00 Euro ergab sich eine Netto-Nettoinvestitionsrate 2009 von nur 685 000 Euro gegenüber dem Vorjahr mit 3, 37 Millionen Euro. So wurde im laufenden Haushalt auch eine Rücklagenentnahme von rund 1, 68 Millionen Euro erforderlich. Zufriedenstellend ausgewirkt haben sich auch die gemeindlichen Bauplatzverkäufe, die mit rund einer Million Euro knapp hinter dem Ansatz von 1,17 Millionen Euro lagen. Zum Jahresende betrug der Rücklagenbestand der Gemeinde noch rund 3,87 Millionen Euro. Ebenfalls noch zufriedenstellend war auch das Ergebnis beim Eigenbetrieb Wasserversorgung. War man hier im Wirtschaftsplanansatz im Erfolgsplan bei einem Volumen von rund 1,06 Mio. Euro von einem Verlust von rund 106 000 Euro ausgegangen, so belief sich dieser zum Jahresende lediglich auf rund 104 000 Euro. Positiv gewertet wurde auch die Tatsache, dass bei einem Wasserbezug von rund 407 000 Kubikmetern der Wasserverlust von elf Prozent im Jahr 2008 sich nunmehr auf 6, 2 Prozent verringert hat. Auch die Pro-Kopf-Verschuldung hat sich von 348 Euro auf rund 329 Euro verringert. Alles in allem also ein noch zufriedenstellendes Ergebnis, welches der Gemeinderat dann auch mit seiner einstimmiger Zustimmung quittierte . Wie nahe Leben und Sterben beieinander liegen, zeigte auf der jüngsten Kelterner Gemeinderatsitzung auch die Tatsache, dass neben der Kindergartenbedarfsplanung auch die Anlegung neuer Urnen-Gemeinschaftsgrabfelder auf der Tagesordnung stand. So sollen auf dem Dietlinger Friedhof unterhalt der bestehenden Urnenwände zwei neue Grabfeldbereiche mit Stelen und Steinobjekten gestaltet werden. Der Gemeinderat stimmte der Auftragsvergabe an die Firma Albert, Pforzheim und Faas, Langenalb zu, unter der Maßgabe, dass die Gestaltungsobjekte und Grabsteine von den Unternehmen vorfinanziert werden und die Gesamtanlage dauerhaft über den Verband der Badischen Friedhofsgärtner gepflegt wird. „Damit ist ein einheitliches Bild gewährleistet; der Gemeinde entstehen keine Kosten“, so Bürgermeister Pfeifer. Nicht nur über Kostenneutralität sondern über finanzielle Zuwendungen aus Kreisen der Bevölkerung und von Betrieben darf sich die Gemeinde freuen. So sind im vergangen halben Jahr rund 2. 300 Euro an Geld- und Sachspenden bei der Gemeinde eingegangen. Formalrechtlich musste der Gemeinderat der Spendenannahme noch zustimmen, was er auch tat. Ebenso formalrechtliche Gründe machten eine redeaktionelle Überarbeitung der Hallenordnung für die gemeindeeigenen Sport- und Mehrzweckhallen erforderlich. Da es vereinzelt zu unterschiedlichen Auffassungen über die Nutzung und die Endreinigung der Hallen, Küchen und sanitären Anlage gekommen war, wurde dies nun präziser geregelt. Sowohl ein Regress wurde hier festgeschrieben, als auch Schadensersatz, wenn aufgrund einer ausgefallenen Veranstaltung die Halle nicht anderweitig vermietet werden konnte. Klar geregelt wurde auch, dass der Veranstalter über einen ausreichenden Versicherungsschutz verfügen muss, da die Gemeinde auch keine Haftung für Schäden an abgestellten Fahrzeugen im Veranstaltungsbereich übernimmt. Diese und zahlreiche weitere Festschreibungen wurden einstimmig beschlossen. Rückwirkend sanktioniert hat der Gemeinderat auch zwei Eilentscheidungen die Bürgermeister Pfeifer zur raschen Durchführung der Tiefbauarbeiten an der Dietlinger Ortsdurchfahrt getroffenen hat. So hatte das Regierungspräsidium im Zusammenhang mit der kurz bevorstehenden Sanierung der Ortsdurchfahrt in Dietlingen mitgeteilt, dass nur die Kosten für den Straßenbelag und die Regenwassereinläufe übernommen würden. Die Sanierung der Schachtabdeckungen, Schieberkappel und Hydrantendeckel sei nicht vorgesehen. Sollte dies gewünscht sein, müssten die Kosten von der Gemeinde übernommen werden. „Da es keinen Sinn macht alte und ausgebrochene Abdeckung wieder einzubauen“, so Pfeifer habe er die Ausschreibung veranlasst. Es sei von Kosten um 20 000 Euro auszugehen. Der Gemeinderat sah dies ebenso und bestätige die Vorgehensweise einfügen Ebenso bei der Wasserleitungserneuerung im der  Bereich der Ortsdurchfahrt an der Östlichen Friedrich Straße. Nachdem der Gemeinderat im Zusammenhang mit der Ausschreibung zur Wasserleitungserneuerung eine darüber hinausgehende Ringverbindungsleitung für das Hochzonengebiet (Kosten 76 000 Euro) abgelehnt hatte, unterbreitet das bauleitende Ingenieurbüro kurzfristig einen Alternativvorschlag allerdings nur mit einem PE-Schlauch DN 100  (Kosten 12. 500 Euro).“ Dieser, so das Gemeindeoberhaupt ist zwar kein vollständiger Ersatz, aber als Notlösung gewährt er zumindest eine gewisse Versorgungssicherheit, wenn bei Leitungsschäden an anderer Stelle über diese Leitung eingespeist werden müsste“. Um die Arbeiten ununterbrochen fortführen zu können ohne eine „historische Chance“ zu vergeben, hatte Bürgermeister Pfeifer die Sache in einer Eilentscheidung veranlasst. Einer Entscheidung die auch der Gemeinderat mit der nachträglichen Sanktionierung für richtig hielt   Bild 01 oder 2: Ohne Unterbrechung laufen derzeit die Arbeiten zur „Wasserleitungserneuerung“ in der Ortsdurchfahrt Dietlingen. Unter anderem hatte dies auch Bürgermeister Ulrich Pfeifer mit einer Eilentscheidung veranlasst. Voraussichtlich noch bis Ende dieses Monats müssen die Autofahrer allerdings mit Behinderung rechnen, Da sich die Arbeiten über einen längeren Abschnitt auch mit der Neuherstellung von Hausanschlüssen erstrecken. 

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Blockheizkraftwerk und Kindergartenzahlen beschäftigten den Gemeinderat


Wieder einmal für volle Zuhörer-Reihen sorgte das Thema Kindergartenplätze und –betreuungsangebote in Keltern auf der jüngsten Gemeinderatsitzung. Welche Sorge die Eltern um das Wohlergehen ihrer Kinder und die gemeinsame Zeit mit ihrem Nachwuchs umtreibt, wurde schon mit Bitte, den an Platz sieben rangierenden Tagesordnungspunkt vorzuziehen, damit man frühes möglichst wieder bei der Familie sei. Einer Bitte der das Gremium gerne entsprach. Zuvor befasste man sich jedoch mit der Auftragsvergabe und einer erforderlich werdenden Darlehnsaufnahme für den Einbau eines Blockheizkraftwerks im Schul- und Sportzentrum Speiterling, Dietlingen. Nachdem bereits zu Beginn dieses Jahres die Heizungssteuerung umfangreich umgebaut und erneuert worden war, hatte man sich schon im Vorfeld mit der Effizienz eines gasbetriebenen Blockheizkraftwerkes (BHKW), eines Verbrennungsmotors der sowohl Strom, als Wärme im Regelbetrieb für die Heizung  und Warmwasseraufbereitung der Gesamtanlage abgibt, befasst. Für Spitzenlasten ist jedoch noch ein Brennwertkessel erforderlich. Nach der Ausschreibung durch das Ingenieurbüro Heinz Kluge, Ettlingen lagen nun Zahlen auf dem Tisch. Unter vier Bietern war die Firma Pfeifer & Eberle mit Sitz in Ettlingen und Keltern mit einer Bruttoangebotssumme von rund 252 000 Euro für das BHKW und den Brennwert-Spitzenlastkessel sowie weiteren 109 000 Euro für einen zehnjährigen Vollwartungsvertrag für das BHKW und einen vierjährigen Wartungsvertrag für den Brennwert-Spitzenlastkessel als günstigste Bieterin hervorgegangen. Die Beschlusslage war klar. Ebenso klar plädierte  Bürgermeister Ulrich Pfeifer auch für die Aufnahme eines zinsgünstigen KfW-Kredits über rund 215 000 Euro zu 1,35 Prozent auf zehn Jahre zur Finanzierung. Hierzu wird allerdings ein Nachtragshaushalt erforderlich, da für 2010 keine Kreditaufnahme vorgesehen war. „Mit der hundertprozentigen Stromversorgung des gesamten Schul- und Sportzentrums und den nahegelegenen Kindergarten, sowie entsprechenden Einspeisevergütungen ins öffentlich Netz, ergibt sich eine jährliche Kosteneinsparung von rund 60 000 Euro“, so Bürgermeister Ulrich Pfeifer, der von einer idealen Kombination von Energieeinsparung und wirtschaftlich sinnvoller Investition sprach. Auf dieser Grundlage stimmte das Gremium auch der Aufnahme des zweckgebundenen Darlehns von der KfW-Bank in Höhe von rund 215 000 Euro zu. Zugstimmt hat das Gremium auch den Verwaltungsvorschlagen zur weiteren Vorgehensweise bei der Kindergartenbedarfsplanung und den vielfältigen Betreuungsangeboten. Auf der Grundlage nun exakt vorliegender Zahlen nannte das Gemeindeoberhaupt die Eckdaten und attestierte, dass nicht eine Reduzierung sondern hie und da sogar eine Gruppenvergrößerungen, allerdings auch eine Konzentrierung von  Betreuungsangeboten auf dem Programm stünden.  Nach wie vor versuche man allen Wünschen gerecht zu werden, bitte jedoch um Nachsicht wenn nicht jede Betreuungsvariante an jedem Wunschkindergarten vorgehalten werden können. Für etwas Klarheit bei den Eltern sorgte Kelterns Bürgermeister Ulrich Pfeifer mit der Nennung von Eckdaten für die weitere Kindergartenbedarfsplanung. So sei im Ortsteil Weiler keine Änderung der Angebotsformen und Gruppengrößen erforderlich. In Niebelsbach werde nicht zuletzt auch durch die Zuzüge im Neubaugebiet Schelmenäcker eine Erweiterung der Regelgruppe von 15 auf 25 Plätze erforderlich. Die bestehende Ganztagesgruppe mit 10 Plätzen bleibt erhalten. In Ellmendingen, mit Einzugsgebiet Dietenhausen, reichen die vorhandenen Kindergartenplätze und -angebote aus. Die bestehende Kleinkindgruppe in kommunalen Kindergarten Pforzheimer Straße biete weiterhin 10 Plätze für Kinder ab einem Jahr. Hier müssen allerdings zwei Kinder unter zwei Jahren auf eine alternative Betreuung außerhalb des Gemeindeangebots verwiesen werden.  Auch mit Blick auf die Betreuungsangebote und –formen der einzelnen Angebote insbesondere in Dietlingen und Ellmendingen  verwies das Gemeindeoberhaupt allerdings darauf , dass man zwar dem Wunschkindergartenort entsprechen könne, aber nicht jeder Angebotsform in jedem Kindergarten vorhalten könne. Hier sei,  mit eventuellen Einschränkungen, eine Betreuung entweder im einen oder anderen Kindergarten möglich. In Dietlingen will man mit einer personellen Aufstockung dem gestiegenen Bedarf Rechnung tragen und eine zweite reine Ganztagesgruppe etablieren, so dass nun im Speiterling- und im Uhland-Kindergarten eine Ganztagesbetreuung angeboten werden kann. Auch zum Thema Waldkindergarten konnte das Gemeindeoberhaupt die Eltern beruhigen und mitteilen, dass weiterhin die seitherigen Kinder des Waldkindergarten nachmittags im Speiterling-Kindergarten betreut werden könnten. Bei Neuanmeldungen könnte dies allerdings nur zugesichert werden, wenn Plätze frei sind und dies auch nur jeweils für einen Zeitraum von einem Jahr. Allgemeine resümierte das Gemeindeoberhaupt, dass in Keltern ein gutes und vielfältiges Angebot vorhanden sei und das von der Gemeinde mit jährlich rund einer Millon Euro mitgetragen würde. Der Kostendeckungsgrad liege derzeit bei 17 Prozent und würde sich durch die personelle Aufstockung auf 15 Prozent reduzieren; wobei durch Kindergartengebühren eigentlich ein Deckungsgrad von 20 Prozent auch angesichts der Generationengerechtigkeit zur Haushaltskonsolidierung angestrebt sei.

 

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Weichenstellung für Kindergartenbedarf noch nicht vollends beschlossen.


Über eine Stunde lang befasste sich der Kelterner Gemeinderat mit der Kindergartenbedarfsplanung  für 2010/2011. In einer umfangreichen Beratungsvorlage und mit persönlichen Anmerkungen hatten Bürgermeister Ulrich Pfeifer und Rechnungsamtsleiter Jürgen Germann dargelegt, dass es kaum Veränderungen im vielfältigen Angebot der insgesamt neun Kelterner Kindergärten geben werde. Angesichts gestiegener gesetzlicher Anforderungen,  mit dem künftigen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz bereits ab dem ersten Jahr, den erkennbar rückläufigen Kinderzahlen und mit Blick auf die Finanzentwicklung der Gemeinde, wurde deutlich, dass es einer gewissen Restrukturierung oder zumindest einer gewissen Weichenstellen für die Zukunft bedarf.  So sollen nach Vorstellung der Verwaltung Doppelangebote vermieden und Gruppenstärken voll ausgeschöpft werden. Wie Kelterns Gemeindeoberhaupt feststellte soll die Restrukturierung so eltern- und  kind-, wie auch mitarbeiterverträglich wie nur möglich gestaltet werden. Hier, wie auch anderswo müsste jedoch zwischen Wünschenswertem und Machbarem entschieden werden Dies nicht zuletzt auch mit Blick auf die Finanzen und Gebühren. Entgegen dem Verwaltungsvorschlag, der Gruppenreduzierung von seither 20 auf maximal vierzehn Kinder im Waldkindergarten, entschied das Gremium, zunächst die Anmeldezahlen abzuwarten und nur dann eine Reduzierung der Gruppenstärke vorzunehmen, wenn weniger als 15 Kinder angemeldet werden. Diese Gruppenreduzierung würde eine Personalreduzierung um eine Vollzeitstelle ergeben. „Es wäre eine gewisse finanzielle Kompensation für die notwendige Personalaufstockung zur Einrichtung eines vollumfänglichen Ganztagesangebots für 20 Kinder im Speiterling-Kindergarten, Dietlingen“, so Bürgermeister Ulrich Pfeifer.  Hier soll ab dem neuen Kindergartenjahr eine Betreuung von montags sieben Uhr bis Freitagnachmittags angeboten werden. Im Kindergarten Niebelsbach soll ab dem Kindergartenjahr 2011/2012 die lediglich für maximal zehn Kinder vorhandene Ganztagesgruppe entfallen. Im weiteren Verlauf der Beratung wurde deutlich, dass sowohl für die Verwaltung als auch für das Gremium die Einrichtung einer Kleinkindgruppe, wie sie seither nur im kommunalen Kindergarten Ellmendingen betrieben wird,  auch im Dietlinger Kindergarten Uhlandstraße wünschenswert wäre. Für dieses ins Auge gefasste Vorhaben müssten, soweit die bisherigen Angebote weiterhin aufrechterhalten blieben, jedoch bauliche Veränderungen in nicht unerheblichem Umfang vorgenommen werden. Zudem sei eine kurzfristige Zustimmung zu einer Betriebsformänderung seitens der evangelischen Kirchengemeinde wegen der derzeitigen Vakanz des Kirchengemeinderats nicht möglich gewesen, so Bürgermeister Pfeifer in seinen Ausführungen. In den Kindergärten  in Ellmendingen und Weiler sind keine Veränderungen vorgesehen.

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Wasserleitungserneuerung und Jagdsatzung beschlossen
Auf Verkehrsbehinderung im Bereich der Ortsdurchfahrt müssen sich die Autofahrer ab dem kommenden Monat einstellen. Wie berichtet erfolgt im Zusammenhang mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen über die Sommermonate die Erneuerung des Fahrbahnbelags auf diesem Teil der Landstraße (L 562) von der Einmündung Mozartstraße bis zum Ortsausgang Richtung Ellmendingen.  Bereits zuvor wird die Gemeinde die Erneuerung der zum Teil 100 Jahre alten Wasserleitung im Kreuzungsbereich Obere Talstraße beim Rathaus sowie auf dem Streckenabschnitt  von der Rathausgasse bis zur Mozartstraße vornehmen lassen. Auf der vergangenen Gemeinderatssitzung ging der Auftrag dazu an die Firma Weiler aus Karlsruhe zum Bruttoangebotspreis von rund 135 000 Euro. Mehr formalrechtlichen Belangen trug der Gemeinderat mit der Beratung und Beschlussfassung über eine Satzung zur Jagdgenossenschaft Keltern Rechnung. Grundsätzlich bilden alle Grundstückseigentümer einer Gemeinde diese Genossenschaft die dann auch über Verpachtungen der bejagbaren Flächen beschließt. Wie bei Genossenschaften üblich gibt es Verwaltungsorgane wie Vorstand, Entscheidungsgremium und entsprechende Entscheidungsbefugnisse und –kompetenzen. Nach dem Beschluss des Gemeinderats als Gemeindevorstand wurden diese Aufgaben und Kompetenz an Bürgermeister Ulrich Pfeifer übertragen, der nun für den 01.Juli diese Jahres alle Grundstückseigentümer zu einer nichtöffentlichen Versammlung der Jagdgenossen einladen wird um die rechtliche Weichenstellung für die künftigen Jagdverpachtungen  und die Verwaltung der Jagd vorzunehmen. Einen gewissen Stillstand könnte es bei baulichen Veränderungen an der alten Kelter Dietlingen geben. Nach dem der Verein „historische Kelter Dietlingen“, bereits einige positive Veränderungen im und am denkmalgeschützten Gebäude vorgenommen hat. gibt es zunächst keine Zuschussmittel mehr aus dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum. Dies teilte Bürgermeister Ulrich Pfeifer zum Schluss der Sitzung mit, gab aber gleichzeitig seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Trägerverein sich aber trotzdem weiterhin engagiert für das Gebäude und den heimischen Weinbau einsetzen wird.  
 

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Energiegewinnung aus Abwasser


Teilweise recht emotional, im Wesentlichen jedoch relativ sachlich verlief die jüngste Sitzung der Abwasserverbands Oberes Pfinz- und Arnbachtal. Angesichts immer knapper werdender  Haushaltsmittel in den Verbandsgemeinden Neuenbürg, Birkenfeld, Straubenhardt und Keltern kam es bei der Feststellung des Jahresabschlusses 2009, aber auch bei der Beratung und Beschlussfassung über den Wirtschaftsplan 2010 zu vereinzelten Nachfragen. So interessierte sich bei der Feststellung der Jahresrechnung mit einer Bilanzsumme von rund 9 Millionen Euro insbesondere Birkenfelds Gemeindeoberhaupt Rainer Hermann warum es im abgelaufenen Jahr zu größeren Nachzahlungen für die Verbandsgemeinden gekommen sei? „Weil die umfangreich geplante Kanalsanierung zwischen Weiler und dem Klärwerk nicht in Angriff genommen werden konnte und damit keine Verrechnung, auch zur Minderung der Klärschlammabgabe hätte erfolgen können; aber, so der Verbandsvorsitzende Bürgermeister Ulrich Pfeifer weiter, eine Verrechnung erfolgt mit Bauausführung im kommenden Jahr; Geld ging keines verloren“. Eine Antwort, wie sie die Verbandsvertreter gerne vernahmen. Etwas schwer tat man sich auch bei der Beschlussfassung, insbesondere der Finanzierung eines rund 330 000 Euro teuren  Faulgas-Blockheizkraftwerks (230.000 Euro Kraftwerk und 100.000 Euro neuer Faulgasbehälter). Zur raschen Inangriffnahme des Vorhabens und Erlangung von Zuschüssen in Höhe von rund 11 000 Euro,  hatte die Verwaltung eine Gesamtfinanzierung durch Rücklagenentnahme geplant. Da auch dadurch keine Kreditaufnahme erforderlich werde, vorhandene Eigenmittel derzeit nur gering verzinst würden und andererseits mit einer Wirtschaftlichkeitsberechnung, sowie dem Aspekt der Co-2 Reduzierung innerhalb von zehn Jahren ein Überschluss von über 80.000 Euro prognostiziert wird, sah auch Verbandsrechner Jürgen Germann die Vorgehensweise als akzeptabel. Nicht so die Verbandsvertreter, insbesondere die Bürgermeister Willi Rutschmann und Rainer Hermann. Letzerer sah sich bei der Beratung über diesen Punkt auch dem Vorwurf von Grünen-Verbandsvertreter Walter Appenzeller ausgesetzt, er wolle das Faulgas-Blockheizkraftwerk verhindern. Einer Unterstellung, der Rainer Hermann vehement entgegentrat. Erst der Kompromissvorschlag, die Finanzierung überwiegend auf 2011 zu verlagern, verhalf der Sache eine einstimmige Mehrheit. Ebenfalls intensiv diskutiert und hinterfragt wurde auch die Notwendigkeit von technischen Nachrüstungen bei den Regenüberlauf und -rückhaltebecken, sowie technischer Verbesserungen im Klärwerk. Mit sachlicher Argumentation konnte sowohl das Ingenieurbüro Fröhlich, als auch Gerd Krautter von der Wasserwirtschaftsabteilung des Landratsamt und Verbandsvorsitzende Bürgermeister Ulrich Pfeifer die Anfrage mit dem Hinweis auf die gesetzlichen Vorgaben hinreichend beantworten und Zustimmung im Gremium erlangen. Damit stimmte die Verbandsversammlung Gesamtmaßnahmen an den bestehenden Regenwasserbehandlungsanlagen in Höhe von rund 200.000 Euro, bei der technischen Verbesserung im Klärwerk mit 165.000 Euro und dem Bau und Betrieb eines Faulgas-Blockheizkraftwerks mit 330.000 Euro zu. Zugestimmt hat die Versammlung auch dem Vertragsabschluss mit der Karlsbader Firma MSE zur Entsorgung des entwässerten Klärschlamms und des Sandfangs für die Dauer von zweieinhalb  Jahren  

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Solaranlagen und Stadtbahnanbindung beschäftigten den Gemeinderat


Recht zügig und ohne große Nachfragen verlief die vergangene Kelterner Gemeinderatssitzung.  Nachdem das Gremium bereits auf einer vorangegangenen Sitzung die Installation von Fotovoltaik-Anlagen auf dem Ellmendinger Kindergarten Pforzheimer Straße und dem Weilermer Kindergarten an der Hauptstraße beschlossen hatte, erfolgte nun die Auftragsvergabe an die Straubenhardter Firma Heidt und Urschl. Die Montage soll noch vor der Reduzierung der Einspeisevergütung am 1. Juli erfolgen. Während dies am Ellmendinger Kindergarten zum Preis von rund 36 000 Euro ohne Probleme erfolgen kann, ist die rund 38 000 Euro teure Anlage auf dem Weilermer Kindergarten noch fraglich. Für dieses, heute unter Denkmalschutz stehende,  ehemalige Schulhausgebäude hat die Denkmalschutzbehörde beim Regierungspräsidium in einer ersten Anfrage ihre Zustimmung verweigert. Kelterns Bürgermeister Ulrich Pfeifer hat jedoch nachgehakt und sieht keine Beeinträchtigung des Ortsbildes, auch nicht im unmittelbaren Bereich um die Kirche. Eine Entscheidung steht nun noch aus. Entscheidungsfreudiger zeigte sich da schon der Kelterner Gemeinderat. Beim Tagesordnungspunkt „Beauftragung des Remchinger Ingenieurbüros Infra-Plan zur Ausarbeitung einer technischen Machbarkeitsstudie über die Möglichkeiten der Anbindung von Keltern an das Stadtbahnnetz der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft, zum Bruttopreis von rund 20 000 Euro erfolgt eine mehrheitliche Auftragsvergabe.  Nach den Erläuterungen von Hauptamtsleiterin Karla Arp sollen folgende Trassenvarianten untersucht werden: 1.) von Ittersbach nach Remchingen über Weiler, Ellmendingen und Dietenhausen. 2.) von Ittersbach nach Pforzheim über Weiler, Ellmendingen und Dietlingen sowie die Stichtrasse zwischen Keltern und der geplanten AVG-Trasse Ittersbach – Straubenhardt –Neuenbürg-Birkenfeld – Pforzheim. Mit dem Ergebnis der technischen Machbarkeitsstudie hofft man fachlich fundierte Argumente zu erhalten um in den laufenden Diskussionen und Überlegungen nicht „abgehängt“ zu werden. „Wenngleich das Geld bei uns, wie auch andernorts nicht mehr so locker sitzt, sollten wir die Studie in Auftrag geben um mitreden zu können“, meinte das Kelterner Gemeindeoberhaupt und führte aus, dass durch die Umverteilung von, nicht voll umfänglich benötigten Haushaltsmitteln, die Finanzierung gesichert sei. Trotzdem fiel die Entscheidung nicht einstimmig. Während die CDU als Initiator, ebenso dafür stimmte, wie die SPD und die Grünen sprachen sich drei von vier Freien Wählern (FWG) dagegen aus. Landwirt Claus Bischoff, (FWG) enthielt sich der Stimme.

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Über Verkehrsberuhigung und Heizungserneuerung wurde entschieden


Einen Schritt weiter ist man im Gremium beim Thema Verkehrsberuhigung an der Dietlinger Ortsdurchfahrt gekommen. Nachdem vor Kurzem beschlossen wurde für die Gemeinde insgesamt fünf Geschwindigkeitsmess- und verkehrszählungsgeräte anzuschaffen, sind diese mit einem Kostenaufwand von rund 18 000 Euro nun schon installiert. Jetzt heißt das Zauberwort für Verkehrsberuhigung und Steigerung der Verkehrssicherheit für die Bürger und Fußgänger „Gehwegverbreiterung“,  einhergehend mit Fahrbahnbreitenverringerung. Was den Fußgängern an seither unpassierbaren Engpässen zugute kommt, muss dagegen den Kraftfahrern nicht unbedingt fehlen. Eine Fahrbahnmindestbreite von sechs Metern wird mindestens verbleiben. So soll es auch mehr Sicherheit im Bereich der Bushaltestellen Lessingstraße und Am Remberg geben. Hier wird einerseits der Gehweg vor dem Getränkemarkt und der Postagentur verbreitert und andererseits auf der gegenüberliegenden Straßenseite oberhalb der dortigen Bushaltestelle eine sogenannte „Gehwegkanzel“ ausgebaut werden um dadurch auch mehr Sicherheit für die Busbenutzer zu erhalten. Im weiteren Verlauf der Ortsdurchfahrt, die von der Einmündung der Straße Am Remberg bis zum Ortsausgang Richtung Ellmendingen einen neuen Belag erhält, sind noch weitere Gehwegverbreiterungen und Fahrbahnverschwenkungen vorgesehen.  In diesem Zusammenhang scheiterte allerdings der Vorschlag von Bürgermeister Ulrich Pfeifer in Höhe der Anwesen Westliche Friedrich Straße 64/66 zwischen Gehweg und Fahrbahn ein Pflanzbeet anzulegen. Dabei hatte sich doch Jürgen Hemminger, als Initiator der Interessengemeinschaft verkehrsberuhigtes Dietlingen und Ellmendingen, aus den Zuschauerreihen heraus bereit erklärt die „Grünanlage“ dauerhaft zu pflegen. Doch daraus wurde nichts. Nun soll hier lediglich der sowieso schon breite Gehweg noch weiter verbreitert werden. Für alle Maßnahmen, die zusammen mit der, für den Sommer geplanten Straßenbelagsarbeiten durchgeführt werden, muss die Gemeinde rund 60 000 Euro aufwenden. Erneut Thema auf der Gemeinderatssitzung war die Erneuerung der Heizungsanlage für das Schul- und Sportzentrum Speiterling in Dietlingen. Nachdem sich der Gemeinderat bereits auf einer vorangegangenen Sitzung für den Einbau und Betrieb eines Blockheizkraftwerkes ausgesprochen hatte, sich aber keine schlüssige Mehrheit für die Finanzierung der rund 280.000.Euro teuren Maßnahme, ob über Rücklagenentnahme oder Kreditaufnahme abzeichnete, wurde nun die Aufnahmen eines kostengünstigen KfW-Kredits in Erwägung gezogen. Dieser stellt jetzt jedoch eine energetische Bestandsaufnahme voraus. Dabei plädierte das Kelterner Gemeindeoberhaupt für die Beauftragung des Ingenieurbüros für Bauwesen Wilhelm in Maikammer zum Bruttoangebotspreis von rund 15 000 Euro. Mit der Feststellung „Ein Wirtschaftlichkeitsvergleich des KfW-Darlehns mit einem normalen Kommunaldarlehen ergibt, dass trotz des Gutachtenhonorars  (15 000 Euro) noch ein Kostenvorteil von 13 000 Euro bleibt. Diese Feststellung und der Hinweis, dass das Gutachten eine Gültigkeit von zehn Jahren hat und auch als Grundlage für weitere energetische Verbesserungen herangezogen werden kann, veranlasste den Gemeinderat zur einstimmigen Auftragsvergabe.  

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Speiterling-Zentrum bekommt Blockheizkraftwerk und die Schule ein erweitertes Bildungsangebot


Eine Lehrstunde in Sachen disziplinierter Demokratie erfuhren die zehn Zuhörer auf der jüngsten Kelterner Gemeinderatssitzung. Ohne große Emotionen, nur mit Argumenten wurde im Gremium über zum Teil brisante und gewichtige Themen beraten, Beschlussanträge erweitert oder geändert und deutliche Abstimmungsergebnisse erzielt. So wurde beim Thema Heizungserneuerung am Schul- und Sportzentrum Speiterling, Dietlingen zwar beschlossen die rund 280 000 Euro teure Maßnahmen, für die im laufenden Haushalt nur 100 000 Euro eingestellt sind, noch in diesem Jahr durchzuführen. Über die Restfinanzierung, für die die Verwaltung angesichts einer niedrigen Festgeldverzinsung eine Rücklagenentnahme vorgeschlagen hatte, wollte man jedoch nicht sofort entscheiden. Hier wollte der Gemeindrat bis  zu den Haushaltsvorberatungen Mitte dieses Jahres warten um entscheiden zu können ob es nicht besser ist ein günstiges Darlehen aufzunehmen und über einen Nachtragshaushalt zu finanzieren. Die Ausschreibung des Ingenieurbüros Kluge aus Ettlingen für das geplante Erdgas-Blockheizkraftwerk, das 80 kWh Wärme und 50 kWh Strom liefert, kann aber trotzdem schon in Kürze erfolgen. Mit der erzeugten Strommenge kann das gesamte Speiterlingzentrum einschließlich des angrenzenden Kindergartens mit Strom versorgt werden. Für die Einspeisung nicht benötigter Strommengen ins allgemeine Netz werden rund 10 ct/kWh vergütet. Beim Thema Angebotserweiterung an der Hauptschule Dietlingen wurde ebenfalls sachlich, wenngleich zum Teil unterschiedliche Ansichten diskutiert und dann beschlossen, falls erforderlich auch größere finanzielle Mittel in die Hand zu nehmen. Nach der gescheiterten Werkrealschul-Kooperation mit Birkenfeld, zu der das Kelterner Gemeindeoberhaupt meinte „die Türen sind nicht zu; einen Stillstand im allgemeinen und an der Speiterling-Hauptschule wird es nicht geben“, will man alle Anstrengungen unternehmen um den Eltern zu signalisieren, dass das Kelterner Bildungsangebot durchaus vergleichbar mit allen anderen Umlandgemeinden und Werkrealschulen ist. So wird für rund 30 000 Euro die Computerausstattung komplett erneuert. Für das Angebot in den an Werkrealschulen üblichen Wahlpflichtfächern und auch für die erweiterte Nachmittagsbetreuung wollte die Gemeinde auf eigene Kosten sogar einen eigenen Fachlehrer oder Honorarkräfte anstellen. Nach Aussagen von FWG-Gemeinderätin und Lehrerin Carmen Dennig würden nach ihrer Kenntnis die Kosten zwischenzeitlich vom Land übernommen. Um jedoch auf Nummer sicher zu gehen und etwas Zivilcourage zu zeigen und den Eltern ein Signal zu geben, wurde neben der Erneuerung der Computerausstattung der Beschlussantrag dahingehend erweitert, dass die erforderlichen Mittel für ergänzende Lehrerstunden vollends von der Gemeinde übernommen werden, sofern dies nicht vom Land getragen wird. Schon seit längerem beschäftigt das Gremium auch das Thema Kindergartengebühren. Ein Verwaltungsantrag der mit angemessener Erhöhung, der Einführung eines einheitlichen Beitrags und damit einhergehender Verfahrensvereinfachung, Verwaltungskosteneinsparung auf eine bessere Kostendeckung von seither 17 auf mögliche 20 Prozent abzielte, hatte der Gemeinderat schon vor einiger Zeit, nicht zuletzt auf Drängen der SPD, eine Absage erteilt. Die Verwaltung, genauer gesagt Bürgermeister Ulrich Pfeifer hatte darauf hin die Sozialdemokratische Fraktion in die  Pflicht genommen und um Unterbreitung eines entsprechenden Vorschlags gebeten. Dies wurde nun von Frank Kern, SPD unterbreitet und erläutert. Bevor es jedoch zu dieser Abstimmung kam, musste über zwei weitere Anträge entschieden werden, die beide jedoch keine Mehrheit fanden: die Freie Wählergemeinschaft (FWG)  wollte das Verfahren der bisherigen Einkommensselbsteinschätzung beibehalten und die Fraktion der Grünen im wesentlichen die bisherige Gebührenstruktur beibehalten und lediglich mit einer zehnprozentigen Gebührenerhöhung, einem fünfzigprozentigen Zuschlag für ein- bis zweijährige Kindergartenkinder und einer Antragspflicht mit Einkommensnachweis modifizieren. Wenngleich die anschließende Beratung in so vielen Abstimmungsanträgen wie es sie noch auf keiner Sitzung gegeben hat, endete,  so war auch dies ein Lehrstück in Disziplin und Demokratie. Der Antrag der SPD fand schließlich eine Mehrheit, wonach des künftig einen generellen Kindergartengebührentarif gibt, der bei entsprechendem Nachweis eines geringeren Einkommens in zwei Stufen reduziert wird. Wesentlich neu ist auch der Gebührenaufschlag von fünfzig Prozent für unter Dreijährige (für die Betreuung unter Dreijähriger entsteht doppelte Personalaufwand. Durch die Neuregelung, die ab dem 01.09.2010 gilt, sollen die Gesamteinnahmen im Kindergartenbereich um rund 10 Prozent steigen, nachdem inzwischen seit vier Jahren die Gebühren unverändert waren.  Durch die neue Gebührenstruktur soll ein Kostendeckungsgrad von rund 19 Prozent (nach bisher siebzehn Prozent) erreicht werden.

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Ortskernsanierung Weiler vielleicht erst 2011


Einen erneuten Anlauf zur Ortskernsanierung von Weiler hat der Kelterner Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung genommen. Ob allerdings nach der erfolgten Ablehnung zur Aufnahme ins Landessanierungsprogramm 2009 Weiler nun schon in diesem Jahr aufgenommen wird, ist fraglich. Zumindest für 2011 rechnet man sich aber gute Chancen aus. Voraussetzung für die Antragstellung sind eine klare Gebietsabgrenzung (zirka 9, 2 Hektar alter Ortskern mit den etwas außerhalb gelegenen Gebäuden des ehemaligen Kleinbahnhofs und der ehemaligen Bahnhofswirtschaft), sowie der offizielle Einleitungsbeschluss, der auf der Sitzung nun einstimmig gefasst wurde. Mit der weiteren vorbereitenden Untersuchung, durch die Stadtentwicklungs-GmbH (STEG) Stuttgart einher geht nun auch eine für den 27. April in der Mehrzweckhalle geplante Beteiligten-Versammlung. Im September soll das Gesamtergebnis dann dem Gemeinderat vorgestellt werden. Vorgestellt wurde dem Gemeinderat bereits auf der vorangegangenen Sitzung die Gestaltungsmöglichkeit bei Urnengemeinschaftsgrabflächen durch die Firma Albrecht, Pforzheim. Nachdem sich nun auch die Firma Faas, Straubenhardt um einen Auftrag beworben hat, erfolgte auf der Sitzung keine Vergabe; lediglich die Festlegung der beiden möglichen Flächen auf dem neuen Dietlinger Friedhofsteil (eine im Bereich der ehemaligen Welle und eine im Bereich des Fußwegs zu den Urnenwänden) wurde beschlossen. Nicht mehr mit Sorge, sondern mit Freude betrachtet das Ratsgremium wieder das Maifest im Dietlinger Ranntal. Nachdem sich die, im vergangenen Jahr zeitlich begrenzt,  erlassene Polizeiverordnung bewährt hat, wurde beschlossen diese Polizeiverordnung nun dauerhaft zu erlassen. Damit sind auch in diesem Jahr das Befahren der Wege im weiträumigen Bereich um das Ranntal mit Pkws und Traktoren, sowie der Betrieb von Verstärkeranlagen und Stromaggregaten untersagt. Wie im Vorfeld vereinbart wurde, werden die Gemeinden Keltern und Remchingen für die Überwachung und Durchsetzung Sorge tragen. Mittel- und langfristig will man damit das traditionelle Maifest bei der großen Eiche in seiner ursprünglichen und reizvollen Form erhalten. Nicht erhalten, sondern abreißen und in Form eines Vereinsheims mit Küche, Clubraum, sanitären Anlagen und einem offenen Unterstand will der Tennisclub Dietlingen die bestehende Holzhütte auf dem Vereinsgelände im Dietlinger Altenloh. Für die Realisierung des zirka 20 x 7 m großen Vorhabens wurde allerdings die Änderung des bestehenden Bebauungsplans „Sportgelände Alten Loh“ erforderlich. Der erforderliche Entwurfs- und Offenlegungsbeschluss fiel auf der vergangenen Sitzung einstimmig. Ebenso sprach sich der Gemeinderat auch für die kurzzeitige Überbauung des Arnbach mit einem Container im Bereich der Sparkassen-Geschäftsstelle an der Durlacher Straße aus. Da die seit 1994 unveränderte gebliebene Geschäftsstelle modernisiert werden soll, wurde ein Ausweich-Quartier während der Umbauphase gesucht. Dies fand sich nun in einem Service-Container, der vorübergehende in Höhe der bestehenden Geschäftsstelle über dem Arnbach aufgestellt werden soll. Der Zugang erfolgt jedoch nicht von der Durlacher Straße her, sondern von der rückwärtigen Seite. Der Gemeinderat stimmte dieser Interimslösung zu.

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