Auch nach 30 Jahren kein bisschen faschingsmüde |
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Honigschlecker-Akteure begeisterten erneut das närrische Publikum
Was ist wenn Ostern und Weihnachten auf einen Termin fallen? ; dann ist
Fasching in Weiler – und diese „fünfte Jahreszeit“ ist schon seit 30 Jahren das
lokale Großereignis in der Gemeinde und weit darüber hinaus. Dann werden alle
Register gezogen und Jeder gibt sein Bestes. Damit ist für Superstimmung
gesorgt. So bereiteten auch diesmal wieder über 100 Akteure aller Altersklassen
sich selbst und den vielen närrischen Gästen eine überaus heitere und großartige
Freude. Mit ihrem Vierstunden-Programm hatten die Aktiven des TSV und des
Gesangvereins wieder einmal die Lacher voll auf ihrer Seite. Tolle Kostüme und
die neue Band Mother’s little Helper rundeten das Programm ab.
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Bilder hier |
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Firma Birken-AG startet größtes Einzelbauprojekt in der Geschichte der Gemeinde Keltern |
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Auf der vergangenen Sitzung passierte der Bauantrag zum Neubau eines
Verwaltungsgebäudes und der Produktionsstätte im Gewerbegebiet Dammfeld den
Gemeinderat
„Hier beginnt Keltern“ dies signalisiert das Ortsschild
im interkommunalen Gewerbegebiet Dammfeld an der Hoheneichstraße zwischen der
Birkenfelder und der Dietlinger Gemarkung. Im übertragenen Wortsinn soll hier
auf Kelterner Seite auch in wirtschaftlicher Hinsicht ein Zeichen gesetzt
werden. Nach dem Verkauf von 1,92 Hektar Gewerbefläche im Innenring zwischen
Hoheneichstraße und Neureutstraße soll hier zunächst auf einer Fläche von rund
einem Hektar mit entsprechender Platzreserve ein, bis zu 16 Meter hohes
Verwaltungsgebäude und die Produktionsstätte für Arzneimittel der Firma Birken
aus Niefern-Öschelbronn entstehen. Dem Bauantrag, mit einem Kostenvolumen
von über 13 Millionen Euro hat der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung
zugestimmt. Der Verkaufserlös mit rund 1, 7 Millionen Euro spielt eine nicht
unerheblich Rolle für die Gemeindeentwicklung |
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Ebenso erfreut wie über die einmalige Einnahme zeigt sich Bürgermeister
Ulrich Pfeifer auch über die Aussicht der mittel- und langfristigen Schaffung
von circa 100 Arbeitsplätzen. Auch was die Produktion anbelangt ist der
Rathauschef nicht unzufrieden, schließlich sollen hier Arznei- und medizinische
Hautpflegemittel auf pflanzlicher Basis hergestellt werden. Ausgangsstoff dafür
ist der Naturstoff Betulin, der nach einem patentierten Verfahren aus der weißen
Korkschicht von Birkenrinde gewonnen wird. Auch über weitere Patente verfügt die
im Jahr 2000 gegründete Birken AG und sieht darin ihre Chance und eine gute
Marktpositionierung. |
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Aufgrund des sich abzeichnenden wachsenden Bedarfs an Betulin, sowohl für die
Vermarktung der medizinischen Hauptpflege im Ausland, als auch für die
Herstellung von Wundarzneimitteln, plant die Birken AG ihren Fabrikneubau im
interkommunalen Gewerbegebiet Dammfeld. In einem ersten Schritt sollen
Produktionskapazitäten für circa 52 Tonnen Betulin pro Jahr errichtet werden.
Dafür werden als Ausgangsstoff rund 500 Tonnen Birkenkork benötigt, der in
sogenannten Bigbags per Lkw angeliefert wird. Aus den Rindenpartikeln wird dann
der Naturstoff Betulin heraus extrahiert. Aufgrund des Reinheitsgehalts, seines
geringen Aschegehalts und seines hohen Brennwerts ist außerdem die energetische
Verwertung des Korks zur Dampf- und Stromgewinnung vorgesehen. Die Energie, die
dabei entsteht soll in der Produktionsanlage und im Gebäude genutzt werden. Auch
damit scheint der größte Einzelinvestor in der Geschichte der Gemeinde Keltern
ein gleichwohl wirtschaftlich interessanter, als auch umweltschonend arbeitender
Gewerbebetrieb zu sein. Relativ kurzfristig soll der Neubau des
Verwaltungsgebäudes und der Produktionsstätte zunächst in zwei Abschnitten
realisiert werden. Über 70 Ar Gewerbefläche verbleiben dann noch für eine
spätere Erweiterung. Nach den Vorstellung der Birken AG soll zumindest der
Rohbau für den ersten Bauabschnitt bis Ende 2012 errichtet sein. Mit der
Bezugsfertigkeit wird dann bis Ende 2013 gerechnet. Auch damit scheinen sich
die, in der Neujahrsansprache des Kelterner Gemeindeoberhaupts aufgezeigten
positiven Aussichten für das „neue Jahr“ zu bewahrheiten. |
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Positive Aussichten für 2012 |
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Die Bundeskanzlerin hat’s getan, der Landesvater tat es und nun hat es
erstmals auch Kelterns Bürgermeister Ulrich Pfeifer getan; nämlich eine
Neujahrsansprache gehalten, und zwar vor mehr als 100 Zuhörern in der Dietlinger
Kelter. Musikalisch umrahmt vom Posaunenchor ließen dabei die Ausführungen des
Gemeindeoberhauptes gleich in mehrfacher Hinsicht aufhorchen. Anders als Merkel
und Kretschmann musste Ulrich Pfeifer die Mitbürger auch nicht auf Einschnitte
einschwören, ganz im Gegenteil. Gleich ein wahres Füllhorn an positiven
Entwicklungen und Aussichten konnte er den interessiert lauschenden Zuhörern
offenbaren. Ob die zahlreichen Tiefbaumaßnahmen bei denen gleichzeitig auch
Leerrohre für die Anbindung aller Ortsteile an das Glasfasernetz erfolgen kann,
oder die Umstellung der gesamten Straßenbeleuchtung auf LED mit einer jährlichen
Kosteneinsparung von rund 50 000 Euro, ob die Aufnahme von Weiler in das
Landessanierungsprogramm mit einem Volumen von rund 1, 3 Millionen Euro oder
auch ein eigenes Sanierungsprogramm für Gebäude an den Ortsdurchfahrten;
all dies auf der Grundlage geordneter Haushaltszahlen und mit einem
Rücklagepolster von rund 8 Millionen Euro und der Aussicht auf eine weitere
Million Zuführung im kommenden Jahr. Im Gemeinderat will Ulrich Pfeifer dafür
werben die Einnahmen und Rücklagen für den Erwerb von Grundstücken und
Immobilien zur Verbesserung der Infrastruktur, zum Beispiel für die Neuordnung
von Innerortsflächen oder den Erwerb von leer stehenden Gebäuden oder auch den
Bau von barrierefreien Wohnungen. Zudem sollen auch alle Rathäuser barrierefrei
gestaltet werden. So ist für den Ein- oder Anbau eines Fahrstuhls für das
denkmalgeschützte Dietlinger Rathaus eine Investition von rund 100 000 Euro
vorgesehen. Auch bei der Standortsicherung der Lebensmittelnahversorgung in
Dietlingen zeigte sich Pfeifer zuversichtlich und resümiert: „Ich weiß zwar
nicht wer ab dem 1. Juli 2012 den Markt betreiben wird, aber die grundsätzlichen
Interessenbekundungen von Märkten und Marktbetreibern zeigen mir, dass der
Standort interessant ist“. Mit dem Angebot und dem weiteren Ausbau der
Kleinkindbetreuung zeigt sich Kelterns Gemeindeoberhaupt, ebenso gut aufgestellt
wie auch beim Thema Schule und Schulstandort Keltern und unterstrich „nun gilt
es die Chancen der Einführung einer Gemeinschaftsschule in Keltern zu nutzen.
Neben den bestehenden Angeboten im Bereich Seniorenarbeit will sich das
Gemeindeoberhaupt für eine personelle Aufstockung beim betreuten Wohnen und für
die Organisation gemeindlicher Seniorenveranstaltungen einsetzen. Dabei hatte
Pfeifer schon bei der Neujahrsansprache eine Einladung an alle Gemeindesenioren
parat. 2012 will die Gemeinde alle Senioren zu einem Gemeindeausflug einladen
deren Fahrtkosten von der Kommune übernommen werden. Mit der Feststellung „2012
wird für Keltern ein Jahr des Wandels und des Fortschritts ein, ohne zu
vergessen woher wir kommen und mit der Bereitschaft Tradition zu wahren und
Gutes zu erhalten“ schloss das Kelterner Gemeindeoberhaupt seine Ausführungen
und wünschte allen Gesundheit und Zufriedenheit für’s neue Jahr. |
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Eigene Erlebnisse und nette Geschichten aus Niwwelsbach |
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Zugegeben Dharsono, ist nicht unbedingt ein hierzulande geläufiger
Nachname. In Keltern heißt man Bischoff, Augenstein oder, wie in Niebelsbach
Glauner, oder Jägle; und eben diesen Geburtsname hat Birgit Dharsono nämlich
Jägle. Wer den Namen Jägle mit Niebelsbach in Verbindung bringt weiß, dass
Irmgard Jägle, geborene Glauner, die heute 87jährige Mutter von Birgit, von 1940
bis über 50 Jahre lang auf dem Niebelsbacher Rathaus gearbeitet hat. Ihr Wissen
aus alten Zeiten, ihre Erzählungen, dazu noch eine ordentliche Portion
Heimatliebe, haben die heute 56jährige Birgit dazu veranlasst Bräuche und
Gepflogenheiten vergangener Generationen, Geschichten, Erlebnisse aus der
eigenen Kindheit und Erzählungen vom Ort niederzuschreiben. Herausgekommen ist
dabei ein Büchlein in Mundart, das eben mit diesen Kurzgeschichten, amüsant, und
in Erinnerung schwelgend, zuweilen auch nachdenklich zu lesen ist. Eigentlich
wollte sie das kleine Büchlein, dem sie den Titel gab „Bei uns im Flecke“ nur
für ihre Mutter und ihre vier, heute schon erwachsenen Töchtern schreiben. Dann
wurden sie aber von Freunden und Bekannte bedrängt ihre mit viel Herzblut
geschriebenen Geschichten auch anderen zugänglich zu machen; dies nicht zuletzt
auch auf Grund der Tatsache, dass sie bereits in der vor einem Jahr erschienen
Niebelsbacher Ortschronik eine Geschichte zum Besten gab. Mit diesem
Büchlein als Erstlingswerk hat sie sich sozusagen selbst ein Weihnachtsgeschenk
gemacht und überlegt nun noch weitere Geschichten aus alten Tagen
niederzuschreiben, zum Beispiel, wie das früher war, als es noch kein Handys gab
und der Bürgermeister mit dem Rathausglöcklein vom Feld zum Termin gerufen
wurde; als man jeden im Ort noch persönlich kannte und auf dem
Rathaus das Du noch Gang und Gäbe war; oder von den Zeiten als der Schütz die
amtlichen Mitteilungen noch „ausschellen“ musste. |
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Dabei durchforstet Birgit Dharsono auch das Niebelsbacher Rathausarchiv,
hat vor über einem Jahr auch die Geschichte eines ausgewanderten Verwandten
recherchiert und dessen Nachfahren in diesem Jahr sogar in Indiana / USA
besucht. Da sag noch einer Heimatliebe versperre eine weltoffene Sichtweise.
Dies nicht zuletzt auch mit Blick auf die Tatsache, dass Birgit Dharsono ihren
Mann Hendra, der aus Indonesien stammt, vor 35 Jahren als
Maschinenbaustudent in Karlsruhe kennengelernt und vor 31 Jahren geheiratet hat.
Seit 20 Jahren wohnen Birgit und Hendra, der von allen im Ort nur „Andi“ genannt
wird und fast schon echter Niwwelsbacher ist, zusammen mit drei jüngeren
Töchtern im Alter von 18- 27 Jahren neben dem elterlichen Haus an der
Neuenbürger Straße 18. Die älteste Tochter Saskia (30) lebt heute mit ihrer
Familie auf Bali. Damit nicht nur sie sich, sondern auch alle anderen an die
Heimat und die Wurzeln hier erinnern könnten, hat Birgit das Büchlein mit
Geschichten von „de Niwwlsbacher , von de Daif, von de Kirwe, vom Metzeldag von
Oschdere und Weihnachde und viele andere“ geschrieben Schon beim niederschreiben
und zurückdenken an alte Zeiten hatte sie ihre Freude, die sie nun auch mit
anderen teilen möchte. Kontakt: Birgit Dharsono, Neuenbürger Str. 18,
Keltern-Niebelsbach Tel.: 07082/3020, Email: birgit.dharsono@gmx.de
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Hochkarätige Auszeichnung für großes Engagement - Bundesverdienstkreuz-Verleihung an Walter Augenstein – |
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Der 19. Dezember wird in die Geschichte eingehen; in die Geschichte des
Bäckerhandwerks, in die Geschichte der Gemeinde und in die ganz persönliche
Geschichte von Walter Augenstein. Am Montagabend übereichte Landrat Karl
Röckinger im Auftrag des Bundespräsidenten Christan Wulff dem engagierten
Dietlinger Bäckermeister das Bundesverdienstkreuz am Bande. Damit wurden nicht
nur die Verdienste des heute 67jährigen auf ganz besondere Weise
gewürdigt; ausgezeichnet wurde damit auch eine Persönlichkeit, die mit Fleiß,
Ausdauer, Zielstrebigkeit, Korrektheit und Leidenschaft, nicht nur seinem
Berufsstand alle Ehre macht, sondern sich auch intensiv für die
Nachwuchsförderung im Bäckerhandwerk einsetzt. So hat Walter Augenstein in
seinem eigenen Betrieb, mit derzeit 42 Mitarbeitern, mit Hauptsitz und einer
Filiale in Dietlingen, in Pforzheim (3) in Neuenbürg (1) und in Ittersbach (1),
bis dato 74 Lehrlinge ausgebildet. Darüber hinaus hat sich der bodenständige
Bäckermeister schon seit einem halben Jahrhundert mit sehr viel Herzblut
für das Bäckerhandwerk und seine Tradition stark gemacht. Die Wahrnehmung all
dieser Ehrenämter, der unermüdliche Einsatz für seinen Berufsstand und daneben
noch den eigenen Betrieb zu führen, dies alles, so Walter Augenstein, sei ohne
die Unterstützung seiner Ehefrau Brunhilde nicht möglich gewesen. Mit großem
Applaus wussten dies auch alle Anwesenden zu würdigen. Zu Hauf waren die Gäste
und honorigen Vertreter aus Politik, Handwerk und der Gemeinde in den Dietlinger
Rathaussaal gekommen um bei der Bundesverdienstkreuzverleihung an Walter
Augenstein mit dabei zu sein und damit ihre Hochachtung vor einem großen
Lebenswerk zum Ausdruck zu bringen. Begrüßt von Kelterns Bürgermeister Ulrich
Pfeifer eingeleitet und umrahmt vom jungen Klarinetten-Trio der Musik- und
Kunstschule Westlicher Enzkreis mit Nele Schuster, Antonia Kölble und Antonia
Vollmer, war die Laudatio dann Landrat Karl Röckinger vorbehalten. Angesichts
des rund 50jährigen, überaus engagierten und zum Teil auch kämpferischen
Einsatzes auf fast allen Ebenen und in allen Bereichen des Bäckerhandwerks zog
Landrat Röckinger mit großem Respekt seine abschließende Bilanz mit den Worten
„So richtig kleine Brötchen hat er noch nie gebacken. Und ich frage mich, wie er
das alles gebacken kriegt. Offenbar hat er ein Geheimrezept.“ In Ergänzung dazu
beschrieb Landesinnungsmeister Fritz Trefzger Augenstein als einen verlässlichen
Partner und Vorbild der Verbandsarbeit. Peter Becker, der Präsident des
Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, war eigens von Hamburg angereist,
um zu gratulieren. Mit knappen, aber nicht minder anerkennenden Worten beschrieb
Bürgermeiser Pfeifer den Geehrten als eine herausragende
Unternehmerpersönlichkeit. „Augenstein sei ein Mensch mit Leidenschaft, der
stets am Limit arbeite, um das beste Ergebnis zu erzielen“ so umschrieb Joachim
Wohlfeil, der Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe, seine Wertschätzung und
ergänzte, „unsere Jugend braucht diese Vorbilder“. Holger Knieling, der Direktor
der Bäko-Zentrale Süddeutschland, lobte das genossenschaftliche Engagement
Augensteins. Die Abgeordnete Katja Mast (SPD) ergriff für alle anwesenden
Parlamentarier (Viktoria Schmid/CDU, Erik Schweickert/FDP und Hans-Ulrich
Rülke/FDP) das Wort und, stellte mit Blick auf das Lebenswerk fest „seine
Prämisse war immer „Lokal handeln und global denken.“ Seine Dankabstattung
für all die anerkennenden Worte und die Wertschätzung nutzte Augenstein, um für
die in Keltern vorgesehene Gemeinschaftsschule zu werben und meinte „die duale
Ausbildung, die Ausbildung im Handwerk darf nicht hinter den Hochschulen
zurückstehen“. So sein Credo mit dem er gleichzeitig auch zu verstehen gab, dass
Handwerk auch heutzutage noch goldenen Boden hat; vorausgesetzt man hat
ein Ziel und setzt sich mit Fleiß dafür ein. Das beste Beispiel dafür ist der
Geehrte selbst, dem große Anerkennung für sein Lebenswerk zuteilwurde. An den
Festakt schloss sich ein Steh-Empfang an, der zwar von der Gemeinde gegeben,
aber vom Geehrten und seinem Team selbst ausgerichtet wurde. |
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Ehrenämter und Engagement von Walter Augenstein |
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Fast 50 Jahre lang hat sich der Dietlinger Bäckermeister Walter Augenstein
stets engagiert und kämpferisch für seinen Berufsstand eingesetzt und dabei auf
allen Ebenen agiert und unzählige Ehrenämter und Funktionen begleitet. Wie
umfangreich der fünf Jahrzehnte lange Einsatz war wurde auch in der Laudation
von Landrat Karl Röckinger deutlich. „So hat er sich unter anderem als
Landesvorsitzender der Bäckerfachvereine Baden-Württemberg und anschließend als
deren Ehrenvorsitzender und Landesinnungsmeister einen Namen gemacht. Auch der
Bäckerinnungsverband Baden kann stolz sein, mit dem gradlinigen
Bäckermeistervorbild als Landesinnungsmeister seit 1993 einen mehr als
kompetenten Ansprechpartner für Innungsmitglieder, Behörden und politische
Entscheidungsträger präsentieren zu können. Walter Augenstein war zudem
Mitbegründer des Bäckerfachvereins Pforzheim und von 1971 bis 1984 dessen
Vorsitzender. Von 1974 bis 1999 fungierte er als Vorstandsmitglied und von 1989
bis 1999 als Obermeister der Bäcker-Innung Pforzheim. Seit 1999 ist er
Ehrenobermeister der Bäcker-Innung (die seit 2002 die Bezeichnung Bäcker-Innung
Region Nordschwarzwald trägt).“ Auch auf das große Engagement des Geehrten
in der Handwerkskammer Karlsruhe ging Landrat Röckinger ein und resümierte: „Die
Modernisierung von Bildungseinrichtungen wie zum Beispiel der Badischen
Bäckerfachschule in Karlsruhe oder der Bildungsakademie zählte hier zu seinen
Steckenpferden. Als Mitglied der Vollversammlung und im Berufsbildungsausschuss
vertrat er hier die Interessen von mehr als 18.000 Mitgliedsbetrieben, er
organisiert Seminare, Ausstellungen und setzt sich seit Jahrzehnten mit Erfolg
für das Gelingen der IBA-Gebäckschau (Internationale Bäckerei-Fachausstellung)
ein, die letztes Mal fast 80.000 Menschen besuchten. Auch bei der BÄKO-Zentrale
Süddeutschland eG war Walter Augenstein der Mann für die großen Dinge. Als
Aufsichtsratsmitglied, später dann als Vorstandsmitglied hat er die
genossenschaftlichen Strukturen entscheidend mitgeprägt und sich nachhaltig für
die Interessen der Mitglieder eingesetzt. Und seine Kämpfernatur hat sich auch
hier des Öfteren gezeigt: So hat er es auch geschafft, unter sehr schwierigen
Bedingungen in Ungarn eine BÄKO-Organisation aufzubauen, die er in den letzten
Jahren persönlich sehr intensiv begleitet hat. Außerdem ist Walter Augenstein
Aufsichtsratsvorsitzender bei der Sach- und Haftpflichtversicherung des
Deutschen Bäckerhandwerks, Delegierter der Zusatzversorgungskasse und des
Förderungswerkes sowie in verschiedenen Funktionen in der Selbstverwaltung der
IKK Regionaldirektion Mittlerer Oberrhein-Nordschwarzwald. All diese Ämter hat
Walter Augenstein stets mit großem Einsatz und großer Freude begleitet“. In
diesen Worten schwang dann auch große Anerkennung mit, die mit der Überreichung
des Bundesverdienstkreuzes augenfällig unterstrichen wurde. |
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Dietlinger Rathaus am 10.12.1911 abgebrannt - Nach über 100 Jahren immer noch Raum für Spekulationen |
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Am 10. Dezember 1911 brannte das alte Dietlinger Rathaus ab. Wegen der
Tatsache, dass das stattliche „neue“ Rathaus innerhalb von nur ein - zwei Jahren
ohne große technische Hilfsmittel errichtet wurde, spekulieren noch heute ältere
Dietlinger darüber, ob die Sache nicht vielleicht vorbereitet war und der Brand
absichtlich gelegt wurde. „Damals wurde oftmals warm saniert“, so die
wohlwollende Umschreibung von Brandstiftung. Auch das Gemeindearchiv gibt in
diesem Sinne nicht viel her. Bemerkenswert ist auch die Tatsache,
dass das, noch heute imposant wirkende Gebäude, innerhalb kürzester
Zeit errichtet war, und das ohne den heute üblichen Maschineneinsatz.
Erstaunlich ist auch, dass der Verfasser der 1925 erschienenen Ortschronik,
Gustav Rommel, dem Rathausbrand und Wiederaufbau nicht viel Aufmerksamkeit
schenkt; vom nachstehenden Auszug abgesehen. So bleibt für die Nachwelt
weiterhin die Frage offen “Dietlinger Rathausbrand 1911 – Absicht – oder
Schicksal ?“ |
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Auszug aus der Ortschronik von Gustav Rommel: „ Im Jahr 1610 wird
erstmals das Rathaus erwähnt. Die Gemeinde zinste davon 2 Pfennig an Geld und
eine alte Henne, wie von jedem Dietlinger Haus die „Rauchhennen“ zu entrichten
waren. Dieses Gemeindehaus, das wohl schon aus dem 15./16. Jahrhunderte stammte,
muss früher einmal gut ausgestattet gewesen sein, denn es hatte auch gemalte
Glasfenster, von denen zwei noch im Jahr 1700 erhalten waren. Durch den
Pforzheimer Superintendenten Bürklin ist uns der Spruch überliefert worden der
auf einem dieser Glasgemälde gestanden hat „“Peter und Paul schlugen einander
uff’s Maul und fielen über die Schwell‘ und wurden wieder gut Gesell. Also und
so ist’s ja“. Diese gutgemeinten Worte auf dem Ratstubenfenster sollten ohne
Zweifel den Bürgern Dietlingens vor die Seele stellen, sich in Gemeindesachen
auf dem Rathaus auch dann wieder zu vertragen und einträchtig zu leben, wenn es
einmal scharf hergegangen war. Wiederholt mussten an dem Alten Rathaus im Laufe
der Zeiten Ausbesserungen vorgenommen werden. 1829 wurde der ganze Unterstock
umgebaut. Am 10. Dezember 1911 fiel das Gebäude in dem Jahrhunderte lang über
die Geschicke des Dorfes und seiner Bewohner beraten und beschlossen wurde,
einem Brande zum Opfer. |
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Bis dahin standen auch noch die Reste des einstigen Prangers vor dem Haus,
zwei 80 Zentimeter hohe Steine, 60 Zentimeter im Durchmesser, die leider bei dem
folgenden Rathaus-Neubau beseitigt wurden und jetzt verschwunden sind. Sie waren
die letzten augenfälligen Erinnerungen an eine alte Gerichtsbark, die in ihrem
Endzweck, einer Besserung der Verurteilten, vielleicht wirksamer in manchen
Fällen, als die heutigen Strafverfahren. Noch wissen die heutigen Dietlinger
davon, wie die zum Pranger stehen verdammten Personen, mit Strohkranz oder
sonstiger Beigabe versehen, an den Steinen stundenlang stehen mussten, meist zu
der Zeit, wenn die Gemeinde daran vorbei zur Kirche ging. Das neue Rathaus wurde
auf der Stelle des alten im Jahr 1912/13 aus rotem Sandstein errichtet. Es
bildet eine Zierde des Dorfes und ist den heutigen Verhältnissen entsprechend
zweckmäßig und schön eingerichtet. Am Giebel trägt es das in Stein gehauene
Ortswappen. |
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Historische Obst- und Weinpresse ziert als Schmuckstück den Dietlinger Ortseingang |
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Welche Außenwirkung Heimatliebe und Eigeninitiative im
Zusammenwirken mit der Gemeinde entfalten kann, wird auch mit der
Neugestaltung des Dietlinger Ortsteingangs aus Richtung Ellmendingen deutlich.
Wo nach der Erschließung des Baugebiets Klepberg nur die Bushaltestelle und ein
Pflanzbeet waren, steht nun, symbolhaft für den heimischen Obst- und Weinbau
eine historische Obst- und Weinpresse. Ein genaues Datum wann die ehemals mobile
Mühle und Presse erbaut wurde ist allerdings nicht bekannt. Fest steht nur, dass
der 2009 verstorbene Dietlinger Oskar Blumhofer, das historische Stück
schon vor fast 30 Jahren in Gräfenhausen käuflich erworben hatte, es danach
einige Zeit im Eigenbetrieb hatte, bis die Obst- und Weinpresse dann in einen
Dornröschenschlaf verfiel. Schon zu Lebzeiten war es ein Herzenswunsch von Oskar
Blumhofer dem Schmuckstück mit Symbolcharakter einen würdigen Platz zukommen zu
lassen. Über Jahre stand das Gefährt auch im Kelterner Bauhof. Bereits vor
einiger Zeit hatte sich dann besonders Bauhofmitarbeiter Holger Bischoff der
Restaurierung der Presse angenommen. Danach ging die Sache der Neugestaltung des
Dietlinger Ortseingangs recht zügig voran. Zwei örtliche Handwerker Dieter
Nittel und Ferdi Gundlach sorgten mit alten Holzbalken, Ziegeldach und
Blechabdeckung für den erforderlichen Wetterschutz des „Museumsstücks“. Ende
vergangener Woche wurde die Obst- und Weinpresse aufgestellt, zwei
Müller-Thurgau-Reben aus dem Dietlinger Klepberg dazu gepflanzt; und das
Gesamt-Ensemble gestern offiziell übergeben. Dabei freute sich die Ehefrau des
verstorbenen Stifters Doris Blumhofer, zusammen mit Bürgermeister Ulrich Pfeifer
über das gelungene Gesamtwerk, das nun eine wahre Zierde für die Weinbaugemeinde
darstellt. Wenn technisch möglich soll der neugestaltete Bereich auch noch
ansprechend ausgeleuchtet werden damit das Ensemble seine Wirkung auch nächtens
auf Vorbeifahrende oder Vorbeikommende ausüben kann. |
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Auflösung der Obstbaugenossenschaft Ellmendingen ist beschlossene Sache |
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Relativ kurz fiel auch die zweite außerordentliche Generalversammlung der
Obstbaugenossenschaft Ellmendingen am Freitagabend, 4. November aus.
Erforderlich wurde diese erneute Versammlung zur geplanten Auflösung, da bei der
ersten außerordentlichen Versammlung vor vier Wochen nicht die erforderliche
Mindestteilnehmerzahl zur Beschlussfähigkeit erreicht wurde. Diesmal waren 46
Mitglieder persönlich gekommen, 18 der derzeit noch 133 Mitglieder zählenden
Genossenschaft ließen sich durch Bevollmächtigte vertreten. Diese
insgesamt 64 Anwesenden votierten dann nach 30 minütiger Aussprache mit 51
Stimmen für die Auflösung der Genossenschaft. Elf sprachen sich dagegen aus;
zwei Stimmen waren ungültig. Für die Auflösung der 48 Jahre alten
Genossenschaft, die wegen geänderter Marktanforderungen und nachlassendem
Mitgliederinteresse den wirtschaftlich sinnvollen Betrieb nicht mehr
gewährleistet sieht, wären lediglich 47 Stimmen (75 %) nötig gewesen. Deutlich
wurde in der Versammlung, dass die Auflösung der Erzeugergemeinschaft zum Ende
2012 auch im Interesse der Mitglieder sinnvoll erscheint, denn jetzt verfüge die
Gemeinschaft noch über eine finanziell gute Ausstattung. Emotionen blieben auf
der Versammlung aus. Mit dem Auflösungsbeschluss wurden die beiden Vorstände
Harald Groh und Joachim Höhn entlastet und zu Liquidatoren bestellt. Bis Ende
kommenden Jahres erfolgt die Bewirtschaftung der 1963 angepflanzten Obstanlage
mit derzeit noch rund 3000 Apfelbäumen wie seither. Nach den Vorstellungen von
Harald Groh und den gesetzlichen Vorgaben zufolge soll ab September 2012 das
Inventar, das vor allem aus der 1969 erbauten Obsthalle und dem über 30 Jahre
alten Traktor mit Anbaugeräten besteht, verkauft werden. Voraussichtlich im Juli
oder Augst 2012 wird es dann nochmal eine ordentliche Generalversammlung geben.
Bis dahin führt die Obstbaugenossenschaft Ellmendingen e.G. ihren seitherigen
Namen, jedoch mit dem Zusatz “i.L.“ (in Liquidation) |
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