Niebelsbacher Sägewerksgebäude macht einer Lagerhalle für Kelternwein Platz

Keltern Abbruch Grenz„Altes verschwindet – Neues entsteht". Auf diesen kurzen Nenner lässt sich der laufende Abbruch des ehemaligen Sägewerkgebäudes bei der Niebelsbacher Grenzsägmühle bringen. Wenngleich das große, alte Gebäude nur eine einfache Holzkonstruktion aus Nadelholz mit Biberschwanzeindeckung ist, pardon war, so wird es doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen;  allerdings nur in der Ortschronik und dem Gedächtnis älterer Zeitzeugen. Am Rande des Kelterner Ortsteils Niebelsbach an der Grenze zwischen Baden und Württemberg gelegen war die Sägemühle einst namensgebend für das seit 1968 dort entstandene Gewerbegebiet. Zunächst mit einer Dampfmaschine und später mit Strom betrieben kann das ehemalige Sägewerk auf eine über 100jährige Geschichte zurückblicken. Dabei steht, bzw. stand dieses Gebäude ebenso wenig unter Denkmalschutz, wie das auf der anderen Straßenseite befindliche kleinbäuerliche Anwesen und die dort vorhandenen Holzschuppen. Große Bekanntheit erlangte „die Grenz“ , auch durch das weithin bekannte Gasthaus „Grenzsägmühle“.

In den Anfängen als kleine Wirtschaft bei der Sägemühle betrieben und seit den 50er Jahren des vergangenem Jahrhunderts zum beliebten Ausflugslokal avanciert, lockt „die Grenz“ jährlich Tausende von Besuchern, auch zum bekannten Musik-Open-Air „Live at the Grenz“. Was das Sägewerk anbelangt so wurde der Betrieb bereits im Jahr 2000 wegen Unrentabilität eingestellt. Nach der Demontage des tonnenschweren Sägegatters und weiterer Maschinen, hat die Gemeinde das gesamte Areal vom ehemaligen Betreiber Fritz Ganzhorn erworben. Ein Teil davon wurde als Aufstellungsort für Wohncontainer zur Flüchtlingsunterbringung genutzt. Der andere Teil mit dem Sägewerksgebäude wurde im vergangenen Jahr von der Gemeinde an die private Weinerzeugergemeinschaft „Kelternwein“ verkauft. Nach dem Abbruch, der  noch in dieser Woche beendete sein wird, soll hier eine 26m lange, 18m breite und 7,50m hohe Gewerbehalle in Holzständerbauweise miteinem flachgeneigten Satteldach entstehen. Damit das Gebäude nicht als bloßer Industriebau erscheint, erfolgt eine teilweise Verkleidung der Nord- und Westfassade mit Holz. Zudem soll die Westfassade, also entlang Straße, mit Reben berankt werden. Die Halle ist sowohl umfahrbar als auch durchfahrbar, sodass die Traubenannahme von den insgesamt 40 Mitglieds-Winzern effizient und auf dem betriebseigenen Gelände erfolgen kann, ohne den Verkehr der Industriestraße zu beeinträchtigen. Ein Ladengeschäft ist in der Halle nicht vorgesehen. Dies wird weiterhin an der Poststraße 6a in Dietlingen sein. Allerdings gibt es Überlegungen zu sporadischen Lagerverkäufen ab Halle.

Was die Geschichte der Sägemühle anbelangt, so lebt diese zumindest teilweise an anderer Stelle noch weiter; denn mit den rund 10 000 Biberschwanzziegeln soll ein denkmalgeschütztes Haus in Darmsbach neu bedacht werden. Teile der Holzkonstruktion sollen unter anderem Verwendung finden beim Bau von Weinberghütten. Die beiden Geschäftsführer von Kelternwein Melanie Frank und Alexander Deeg sind sich sicher mit ihrem Neubau allen Belangen Rechnung getragen zu haben und freuen sich schon auf Fertigstellung und Bezug der Halle noch im Sommer dieses Jahres, Dann können dort im Herbst auch die ersten Trauben zum Ausbau als Kelterner Wein angenommen werden.

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