Flüchtlinge im Enzkreis

Teil 7: Was brauchen die Flüchtlinge und wo können Ehrenamtliche helfen und unterstützen?

Logo EnzkreisViele Tausend Menschen suchen zurzeit Zuflucht in Deutschland. Woher kommen diese Menschen, wo und wie werden sie untergebracht, dürfen sie arbeiten und wenn ja, ab wann? Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen gibt eine Artikelserie, die im Mitteilungsblatt erscheint.

Unterstützung fängt im Kleinen an

Um die Flüchtlinge kümmern sich zunächst die Mitarbeiter des Landratsamts, die Leiter der Unterkünfte und die Sozialarbeiter des Vereins „miteinanderleben“. Sie regeln rechtliche Fragen, sorgen für die erste Ausstattung in der neuen Bleibe oder für die ärztliche Versorgung, klären Fragen nach Kindergarten und Schule, vermitteln Sprachunterricht und kümmern sich um Behördengänge und Schriftverkehr.

Vor allem aber sind es hunderte von Ehrenamtlichen, die sich allein im Enzkreis für die Flüchtlinge engagieren. In fast allen Städten und Gemeinden haben sich Initiativen oder Freundeskreise gebildet. Ohne ihre Arbeit wäre eine Integration im Gemeinwesen, eine Teilhabe am Leben in Deutschland nicht möglich. Was aber tun Ehrenamtliche – und wo werden sie gebraucht?

Stellen Sie sich vor, Sie kommen in ein fremdes Land, dessen geschriebene und ungeschriebene Regeln Sie nicht kennen – und dazu die Sprache nicht verstehen: Dann können schon kleine Alltagsbesorgungen zum unüberwindlichen Hindernis werden. Hier hilft Unterstützung bei der Organisation des täglichen Lebens – von der Frage, wo günstig eingekauft werden kann und wie das Pfandsystem funktioniert, über Erkundungen der näheren und weiteren Umgebung, die Benutzung von Bussen und Bahnen bis zur Mülltrennung mit unterschiedlichen Tonnen und Containern.

Zeitliches Engagement gegen die Langeweile

Für viele Flüchtlinge ist es sehr bedrückend, nichts tun zu können und nichts zu tun zu haben. Sie sind deshalb dankbar für Freizeitaktivitäten jeglicher Art. Ob individuell oder in kleinen oder größeren Gruppen, ob Spiele, ein „Asylcafé“ oder das Mitnehmen zum Sportverein, gemeinsames Kochen oder kleine Wanderungen – willkommen ist, was neue Erfahrungen vermittelt und Abwechslung in den Alltag bringt. Dass bei solchen Unternehmungen immer auch Integration stattfindet, ist ein gewünschter Nebeneffekt.

Integration bedeutet aber vor allem, die Sprache zu lernen. Da das Angebot an Kursen derzeit nicht ausreicht, werden Menschen gesucht, die ehrenamtlich Deutsch unterrichten. Zudem benötigen die Kinder und Jugendlichen, die in die Schule gehen, bei der Sprache, aber auch bei den Hausaufgaben viel Hilfe.

Weniger akut ist der Bedarf an Sachspenden. Was tatsächlich gebraucht wird, ist sehr unterschiedlich: In dieser Familie sind es Spielsachen, in einer anderen Strampelanzüge; hier fehlt Bettwäsche oder ein Kinderwagen, dort Geschirr oder ein großer Kochtopf. Wer etwas spenden möchte, sollte zuvor mit der jeweiligen Wohnheimleitung Kontakt aufnehmen – aufgrund der beengten Wohnverhältnisse ist der Platz nämlich begrenzt. Das gilt vor allem für Möbel oder sperrige Gegenstände.

Auch die Asyl-Freundeskreise wissen aus ihrer Arbeit vor Ort, wo im Einzelfall „der Schuh drückt" oder wo man Sachspenden abgeben kann. Die jeweiligen Ansprechpartner lassen sich bei den Gemeindeverwaltungen, Frau Claudia Honnen, Tel. 07236/703-28 erfragen.

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