Artikelserie „Flüchtlinge im Enzkreis“

Teil 17: Deutsch lernen

Logo EnzkreisViele Tausend Menschen suchen zurzeit Zuflucht in Deutschland. Woher kommen diese Menschen, wo und wie werden sie untergebracht, dürfen sie arbeiten und wenn ja, ab wann? Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen gibt eine Artikelserie, die im Mitteilungsblatt erscheint.

Deutsche Sprache, schwere Sprache

Wer sich in Deutschland zurechtfinden, hier leben und arbeiten möchte, muss zwangsläufig Deutsch lernen. Kaum einer der Flüchtlinge beherrscht unsere Sprache – vor allem nicht Menschen aus Syrien, Afghanistan oder aus dem Irak; dies sind die Länder, aus denen momentan die meisten Flüchtlingen kommen. Deshalb ist der Spracherwerb besonders wichtig.

Deutschkurse vor Ort sind die erste „Eintrittskarte“ für Flüchtlinge in die deutsche Sprache. In nahezu allen Enzkreis-Gemeinden gibt es ein solches Angebot, das von ehrenamtlich Aktiven durchgeführt wird; Ansprechpartner dafür sind die lokalen Ehrenamts-Kreise. Bis Mitte November wurden bereits 40 Kurse durchgeführt, ebenso viele laufen derzeit.

Die Kurse orientieren sich nach den Möglichkeiten und Gegebenheiten vor Ort sowie nach „Angebot und Nachfrage“. Manche richten sich zum Beispiel in erster Linie an Kinder, andere an Erwachsene, manche an beide Zielgruppen. Die Sprache, die Flüchtlinge dort lernen, soll vor allem alltagstauglich sein und bei der Organisation  des täglichen Lebens helfen – vom Einkauf bis zum Arztbesuch. Außerdem werden die deutsche Kultur, Werte, Regeln und Sitten vermittelt.

Das Landratsamt unterstützt die Durchführung des Deutschunterrichts, in dem es den ehrenamtlichen Lehrkräften eine Aufwandsentschädigung bezahlt. Außerdem finanziert es die Anschaffung von Unterrichtsmaterial. Eine breite Palette an Unterrichtsmedien und Material kann auch beim Medienzentrum Pforzheim-Enzkreis entliehen werden.

Intensiv- und Integrationskurse

Für Erwachsene mit einer guten Bleiberechts-Perspektive, also mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass sie als Asylbewerber oder Flüchtling anerkannt werden, gibt es intensive Sprach- und Integrationskurse. Diese Kurse werden von verschiedenen Bildungsträgern in der Region angeboten, darunter die Volkshochschule oder die Deutsche Angestellten-Akademie.

Finanziert werden die (Integrations-) Kurse vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und von der Agentur für Arbeit. Sie sind in der Regel Vollzeit-Kurse und umfassen 600 Stunden Sprachunterricht. Hinzu kommt ein Orientierungskurs mit 60 Stunden, in dem es unter anderem um die deutsche Rechtsordnung, Geschichte und Kultur, Formen des Zusammenlebens in der Gesellschaft und Werte wie Religionsfreiheit, Toleranz und Gleichberechtigung geht.

Auch das Land Baden-Württemberg fördert Kurse für Flüchtlinge mit hoher Bleibeperspektive. Das Landratsamt arbeitet an einem Konzept zur flächendeckenden Versorgung. Allerdings können derzeit nicht alle Kurse stattfinden, die möglich und sinnvoll wären, weil es nicht ausreichend ausgebildete und anerkannte  Lehrkräfte dafür gibt.

Ansprechpartner für Fragen zu Sprachkursen ist Daniel Olheide vom Amt für Flüchtlinge und Migration, Tel. 07231 308-1555, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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