Abendliche Machtübernahme beim Weilermer Rathaussturm

ZG10 19 002 0Während andernorts die Rathaus-Stürmung bereits vormittags erfolgt, nehmen sich die Weilermer mit der Machtübernahme immer etwas Zeit und starten erst abends. Dabei lassen sich das Kelterner Gemeindeoberhaupt und seine Verwaltungsspitze immer eine andere Kostümierung einfallen um auch optisch dem Rathaussturm einen weiteren Kick zu geben. War es im vergangenen Jahr, mit Blick auf die vielen Baustellen in Keltern ein Bauarbeiter-Outfit und das Jahr zuvor, in Anspielungen auf den, dann doch gefangenen Raben auf dem Dietlinger Schulgelände, das Jäger-Outfit in das Schultes Bochinger, Kämmerer Frank Kern und Bauamtsleiter Michael Mühlen schlüpften, so gab es diesmal wieder etwas Neues.

ZG10 19001 0Eingedenk des ehemaligen Schlosses in Weiler und des diesjährigen 800jährigen Jubiläums des Kelterner Teilorts kamen die drei, fast vergleichbar mit dem Kölner Dreigestirn, als Schlossherr, Bauer und Freischütz. Damit beeindruckten sie zwar das Publikum, die Honigschlecker die vor dem, als Schloss bezeichneten Weilermer Rathaus ,die Machtübernahme an die rund 100 Narren forderten, ließen sich dadurch aber nicht beirren. In Versform forderte Honigschlecker-Sitzungspräsidentin Sandra Lutz-Becker die Absetzung des „Schlossherrn“ und seiner Mannschaft, sowie den Zugang zur „Staatskasse“. Letztere sei gut gefüllt, der Schultes bräuchte sich aber keine Sorgen zu machen, denn angesichts der eingeschränkten Einkaufs- und Gaststättenmöglichkeiten am Ort hätten die Weilermer kaum Möglichkeiten das Geld auszugeben. Der Schultes nahm‘s mit Humor und fügte sich in sein Schicksal. Er wurde gefangen genommen, zu einer Wein- und Bierspende verurteilt und bekam dann von der Kelterner Guggenmusik „Bääreglopfa“ auch ordentlich den Marsch geblasen. Gefesselt von den Zottelbock - Hexen und der Prinzengarde ging’s dann vor dem Rathaus dem Hausherrn an den Kragen, genauer gesagt an den Schlips.

Diesen mit einer scharfen Schere ordentlich gestutzt, gab’s dann doch ein Happy End und zwar mit einem „Versöhnungsküsschen“ von Sandra Lutz-Becker. Nach dem Premiere-gardetanz der ehemaligen Honigbienchen, den frischgebackenen Blauweiß-Funken, endete die Entmachtung der Rathausspitze mit Gelächter, Guggemusik und viel Heiterkeit. Dies war dann die Überleitung zum „Straßenfasching“ vor und im Weilermer Rathaus.