Integrationsbeauftragter stellt Aktivitäten zur Arbeitsvermittlung in Schweden vor

Keltern beim EU-Projekt dabei:

Dekolla StefanSchroeckinSchwedenDen Zugang von Geflüchteten zum lokalen Arbeitsmarkt zu verbessern ist das Ziel eines EU – Projekts, an dem sich neben Italien und Schweden auch Deutschland – vertreten durch das Landratsamt Enzkreis – beteiligt.

So machten sich Anfang April Vertreter des Landratsamtsamts Enzkreis, des Internationalen Bunds und Miteinander Leben sowie  der Integrationsbeauftragte der Gemeinde Keltern, Stefan Schröck, auf den Weg zum ersten DEKOLLA Projekttreffen in Trollhättan in Schweden. Als möglicher Teilnehmer ausgewählt worden war er aufgrund seiner diversen Aktivitäten im Bereich der beruflichen Integration in der Gemeinde, die als „best practice“ Beispiele Teil des Programms waren. Mit Informationen über die gesetzlichen Integrationsregelungen in den Ländern brachten sich die internationalen Teilnehmer auf einen gemeinsamen Stand, in Präsentationen über erfolgreiche und gelungene Integrationsprogramme holten sie sich Anregungen für ihre weitere Arbeit.

In seiner Präsentation stellte Schröck die zweistufige Vorgehensweise im Bereich beruflicher Integration in Keltern vor, die neben Workshops, Einzelcoachings und Bewerbertrainings unter anderem auch die individuelle Stellensuche und Begleitung zu Bewerbergesprächen beinhaltet. Interessierte Firmen werden unterstützt und auf dem Weg zur Beschäftigung begleitet.

Auf dem weiteren Programm des Projekttreffens stand unter anderem auch der Besuch von Restad Gard, des größten Flüchtlingslagers in Schweden, das 1.500 Personen Unterkunft bietet. Hier bekamen die Teilnehmer aus erster Hand  spannende Einblicke in die Arbeit des „Supporters Group Network“ (SGN), einer Initiative von Geflüchteten für Geflüchtete.  Die  inzwischen vielfach ausgezeichnete Gruppierung, die seit kurzem auch eine Niederlassung in Stuttgart hat, baut auf Selbsthilfe durch Weitergabe der Kenntnisse und Fähigkeiten  der Geflüchteten, aktiviert deren Eigeninitiative und führt damit zu einem anderen Selbstverständnis. „Jeder von uns, der unter hohen Risiken und Einsatz seines Lebens hierhergekommen ist, hat Fähigkeiten, die er einbringen kann und die eine Bereicherung für das Land sein können, das uns aufgenommen hat. Wir wollen etwas zurückgeben“,  so Adnan Abdul Ghani, einer der Mitbegründer von SGN, der selbst als Asylsuchender nach Schweden gekommen war und in einem bewegenden Vortrag seine Arbeit vorstellte.

In dem im Juni im Enzkreis stattfindenden Projekttreffen werden weitere Schritte diskutiert und geplant, wie Geflüchtete darin unterstützt werden können, ihre berufliche Existenz neu aufzubauen. Ein wichtiger Aspekt, der zum sozialen Frieden in Deutschland beiträgt, indem er die „Neubürger“ auf dem Weg vom Leistungsempfänger zum Selbstverdiener begleitet.