Kelterner Urgestein ist nun frisch gebackener Rentner

03 2020 AbschiedTheo2Nach 46 Jahren im Öffentlichen Dienst und davon gut 40 Jahren im Bauamt seines Heimatorts hatte Theodor Ossmann, eins der bekanntesten Gesichter in Keltern, am Freitag vor Weihnachten seinen letzten Arbeitstag und verabschiedete sich in den Ruhestand.
Er dachte dabei eigentlich an ein ruhiges Mittagessen im Kollegenkreis im Sinne von „Ich geh dann mal – wir sehen uns!“. Das aber sahen nicht nur die Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung in Ellmendingen völlig anders – allen voran Bürgermeister Steffen Bochinger – sondern auch die vielen Vereine in Keltern.

Am Nachmittag des 20. Dezember versammelten sich Vereinsvertreter in großer Zahl im Rathaus und warteten geduldig am Eingang zum Ratssaal, um Ossmann, den alle nur liebevoll Ossi oder Theo rufen, einen Gruß und ein herzliches Dankeschön für seine immer große Einsatzbereitschaft im Auftrag der Pressearbeit zu übermitteln. Dem frisch gebackenen Rentner war die Freude deutlich ins ohnehin stets fröhlich dreinblickende Gesicht geschrieben. Theo Ossmann war nicht nur Mitarbeiter des Bauamts und kennt vermutlich vom kleinsten bis zum größten jedes Bauwerk, das in den letzten 40 Jahren in Keltern gebaut wurde.

Er war zudem mit der Zusammenstellung der Gemeindenachrichten und mit der Berichterstattung über Veranstaltungen betraut. In vielen Jahren der Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen und Verbänden, nach langen Nächten bei Faschingssitzungen, Vereinsjubiläen, Wein-, Straßen- und anderen Festen, bei Einweihungen, Gemeindeaktionen, Ehrungen und Versammlungen hat er mit seiner zupackenden, hilfsbereiten, zuweilen fast hemdsärmeligen Art beste Dienste für die Öffentlichkeitsarbeit geleistet.
Dem gebürtigen Dietlinger liegt seine Gemeinde sehr am Herzen und seine Berichterstattung ist auch Geschichtsschreibung für den Ort. Es war naheliegend, dass Theo Ossmann begann, aus Keltern als freier Mitarbeiter auch für den Pforzheimer Kurier und die Pforzheimer Zeitung zu berichten; das macht er nun schon seit fast 30 Jahren und achtet wie auch in den Gemeindenachrichten immer auf Objektivität. Bei Theo gab es keine Sensationspresse, aber ebenso wenig gab es Hofberichterstattung. Auch unzählige Fotos befinden sich inzwischen in seinem Archiv, das ohne Übertreibung Kelterner Zeitgeschichte beherbergt.

03 2020 AbschiedTheo1Theo dankte seiner Frau Sabine in seiner kurzweiligen und humorigen Rede für die jahrzehntelange Unterstützung und Geduld bei seinen häufigen Wochenendterminen und all seinen Überraschungsgästen mit seiner gewohnten Herzlichkeit. Er versicherte, wenn er nicht vorhin schon mit seiner Sabine ein Tränchen vergossen hätte, „dann wär ich jetzt ins Plärre komme“. 
Überwältigt von so viel Wertschätzung, lässt Theo es dennoch in seiner gewohnten Weise nicht an einem Augenzwinkern fehlen: „und ihr habt viele nette Geschenke dabei, die ihr hoffentlich auch dalasst!“ Wer ihn kennt, der weiß, was von seiner Beteuerung zu halten ist, er wolle zu Beginn seines Ruhestands zwei Wochen nur im Schaukelstuhl sitzen und dann langsam mit dem Schaukeln anfangen. Zu Theos Natur gehört der Unruhestand: Wann immer er Zeit dafür findet, wird er am Ort des Geschehens zu finden sein, und ganz sicher kann sich Keltern noch über viele Berichte von ihm freuen.