Auf Häckselplätzen müssen Abfälle richtig getrennt werden

Auf den Häckselplätzen im Enzkreis können Holz,  Baum- und Strauchschnitt sowie Gartenabfälle wie Laub, Gras oder krautige Pflanzen angeliefert werden. Die unterschiedlichen Materialien werden auf verschiedenen Wegen zu wertvollen Rohstoffen aufgearbeitet. Nur eine gleichbleibend hohe Qualität, die laufend überwacht wird, garantiert den Absatz dieser Rohstoffe.

Aus Holz wird Biobrennstoff

Der angelieferte Baum- und Strauchschnitt wird zunächst gesammelt und von Zeit zu Zeit gehäckselt. Je nach Qualität muss das Material noch weiter aufbereitet werden. Schließlich kann es als Biobrennstoff in Hackschnitzelheizungen oder Biomasseheizwerken wie dem in Straubenhardt eingesetzt werden. Es dient so als Ersatz für fossile Brennstoffe und trägt zur Verbesserung der CO2-Bilanz bei.

„Wenn das Ausgangsmaterial auf dem Häckselplatz sorgfältig gesammelt und aufbereitet wurde, lassen sich mit diesem Brennstoff in der Zukunft Erlöse erzielen,“ sind sich Reinhard Schmelzer und Dr. Dieter Eickhoff, die beiden Abfallberater des Enzkreises, sicher. Deshalb ist es auch nicht erlaubt, Baum- und Strauchschnitt für eigene Zwecke vom Häckselplatz mitzunehmen. Mit dem Abladen des Materials geht dieses in das Eigentum des Enzkreises über.

Grüngut wird kompostiert

Das in den Containern gesammelte Grüngut wird in speziellen Anlagen zu wertvollem Kompost verarbeitet. Dabei hat die industrielle Kompostierung mit dem Gartenkompost wenig gemeinsam: Zunächst wird das Material abgesiebt, wobei alles aussortiert wird, was beim Kompostieren stört oder nicht in den Kompost gehört. In der anschließenden Intensivrotte wird das Grüngut mehrere Wochen kompostiert, daran schließt sich eine Nachrotte an. „In der Intensivrotte entstehen wesentlich höhere Temperaturen als im heimischen Komposthaufen, so dass Unkrautsamen und Krankheitserreger abgetötet werden. Der Kompost ist sauber; die Fachleute nennen das hygienisiert“, ergänzt Eickhoff.

Die Landwirtschaft nimmt den erzeugten Kompost gerne ab – sofern er den Qualitätskriterien genügt. Er ersetzt dort die immer teurer werdenden mineralischen Dünger. „Durch den Einsatz von Kompost werden die Bodenqualität und der Erosionsschutz nachhaltig verbessert“, weiß Reinhard Schmelzer. Auch weil viele Landwirte kein Vieh mehr halten und dadurch weniger Gülle und Mist anfallen, gewinnt der Kompost immer größere Bedeutung. „Ohne Kompost keine Lebensmittel“, bringt es ein Landwirt auf den Punkt.

Schlechte Trennung behindert die Verwertung

Bei der thermischen Verwertung des Baum- und Strauchschnitts stört Grüngut aufgrund seines hohen Wassergehaltes eher, umgekehrt wird bei der Kompostierung Baum- und Strauchschnitt nicht oder nicht so schnell zersetzt. „Deshalb ist die richtige Trennung der Abfälle auf dem Häckselplatz so wichtig“, betont Amtsleiter Ewald Buck. Er ist überzeugt: „Neben der Entsorgung steigt die Bedeutung unserer Häckselplätze zur Rohstoffgewinnung. Das kann aber nur funktionieren, wenn die angelieferten Materialien richtig getrennt werden.“ Rasenschnitt, Laub, Moos und Pflanzenreste gehören in die auf allen Plätzen vorhandenen Container. Baum- und Strauchschnitt kann lose auf den Schotterflächen abgelegt werden.

Weitere Informationen zu den Häckselplätzen im Enzkreis gibt es im Internet auf der Entsorgungsplattform unter www.entsorgung-regional.de und bei der Abfallberatung unter Telefon 07231 354838.