Aus der Arbeit des Gemeinderates

Sitzung vom 13.01.2015

 

Zur ersten Sitzung des Gemeinderates im neuen Jahr begrüßte Bürgermeister Steffen Bochinger die Architekten Helmut Kienzler und Stefan Kagerhuber, die über den aktuellen Stand zum Schulhausdach Dietlingen berichteten. Nachdem die Firma Schweizer GmbH & Co. KG aus Ludwigsburg im November 2014 das gesamte Schuldach „abgeräumt“ und gereinigt hatte, konnten die darunterliegenden Schäden festgestellt und provisorisch abgedichtet werden. Es geht um sechs Löcher und sechs beschädigte Lichtkuppeln. Geplant sei, dass nach der Reparatur der Löcher eine Dichtheitsprüfung mittels Flutung durch eingefärbtes Wasser erfolgen soll, bevor eine zirka 50 Millimeter dicke Kiesschüttung auf dem Dach aufgebracht wird, erläuterte Stefan Kagerhuber. Zu überlegen sei weiterhin, ob die Aufkantungen, die nach den neuesten Normen mindestens 15 Zentimeter über der wasserführenden Schicht sein müssen, angepasst werden sollen, und ob es Notüberläufe geben soll. Architekt Helmut Kienzler hielt beides jedoch für nicht erforderlich.

Auf Nachfrage von Dr. Alfred Schweitzer antwortete Architekt Kagerhuber, dass die festgestellten Löcher im Edelstahlblech die alleinige Ursache für die Wasserschäden sind; eine höhere Aufkantung hätte die Schäden nicht verhindern können. Anja Jost erkundigte sich nach der Gewährleistung. Die Firma Schweizer lehne jegliche Gewährleistung ab, falls die Fotovoltaikanlage wieder auf das Dach montiert werde, teilte Stefan Kagerhuber für alle überraschend mit. „Ich habe auch erst jetzt davon erfahren“, versicherte Bürgermeister Bochinger. Helmut Kienzler fügte erklärend hinzu, dass es keine Erfahrungen mit einer Fotovoltaikanlage auf einem Metalldach gebe, und der Firma Schweizer das nicht einzuschätzende Risiko einfach zu hoch sei. Walter Appenzeller hielt dagegen, dass die weitere Nutzung der Fotovoltaikanlage auf dem Schulhausdach von Anfang an klar war.

Michael Trägner fragte sich, ob es noch Sinn mache, in der heutigen Sitzung über eine Auftragsvergabe zu entscheiden. Zunächst sollte ein Gespräch mit den Gesellschaftern der Fotovoltaikanlage geführt werden, mit denen die Gemeinde schließlich einen Vertrag habe. Auch Dr. Alfred Schweitzer sah das so. Erst müsste klar sein, wie es mit der Fotovoltaikanlage weitergehe und die Gesellschafter sollten erfahren, dass es keine Gewährleistung gebe, war seine Meinung.

Hermann Becker konnte sich eine weitere Zusammenarbeit mit der Firma Schweizer mangels Vertrauen nicht mehr vorstellen. Dieser Auffassung war auch Manfred Dengler. Er wies auf die Anfang des letzten Jahres von der Firma Schweizer übersehenen Dehnungen hin, die getauscht werden sollten. Hierzu teilte Architekt Kagerhuber mit, dass die Dehnungen aufgrund der vorhandenen Bekiesung und Begrünung nur partiell erneuert werden konnten und stückweise abgerechnet wurden. Gabi Markowis und Susanne Nittel regten an, schnellstmöglich ein zweites Angebot einzuholen.

In Bezug auf die beschädigten Lichtkuppeln wollte Hermann Becker wissen, ob diese noch gebraucht werden und erhalten werden müssten. Laut Mitteilung des Schulleiters seien die Lichtkuppeln nicht unbedingt erforderlich, informierte Bürgermeister Bochinger. Manfred Dengler fragte an, welche Alternativen es zu welchen Kosten gebe. Dazu stellte Stefan Kagerhuber drei Varianten vor, wobei sich die Preise auf jeweils eine Lichtkuppel beziehen: a) Reparatur 850 Euro, Holzplatte mit Edelstahl einfassen 1.500 Euro, komplett verblenden 3.000 Euro. Sollte die Entscheidung zugunsten der Reparatur gehen, könnte zusätzlich ein Schutz aus Aluminium auf die Lichtkuppeln angebracht werden. Die Kosten je Kuppel lägen bei 650 Euro.  

Auf Nachfrage von Michael Sengle zu den konkreten Kosten für ein Pultdach, informierte der Vorsitzende über das mündliche Angebot eines örtlichen Zimmermanns, wonach die Kosten auch bei ihm zwischen 450.000 und 500.000 Euro lägen. Aufgrund der hohen Kosten sehe die Verwaltung von dieser Lösung ab, so Bochinger. Auch Manfred Dengler erklärte, dass es für den Steuerzahler wohl kaum nachvollziehbar sei, sich für ein komplett neues Pultdach zu entscheiden, nur damit die Fotovoltaikanlage sicher neu installiert werden könne.

Letztlich beschloss der Gemeinderat einstimmig, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen. Die Verwaltung wurde beauftragt, die offenen Fragen zu klären und Gespräche mit allen Beteiligten zu führen.

Die verkaufsoffenen Sonntage im Gesamtgebiet Keltern finden in diesem Jahr am 1. März (6. Energie-Aktionstag der SPD), 26. Juli (Sommerfest) und 11. Oktober (Herbstfest) statt. Dies wurde einstimmig vom Gemeinderat beschlossen, nachdem sich alle Antragsteller auf diese drei Termine einigen konnten. Alle Verkaufsstellen können an den verkaufsoffenen Sonntagen von 13:00 bis 18:00 Uhr ihre Waren feilbieten.

Als Nächstes stimmte der Gemeinderat den Spendenannahmen der Gemeinde Keltern für den Zeitraum vom 1. Juli 2014 bis 31. Dezember 2014 in Höhe von 8.799,50 Euro zu.

Für das nachfolgende Baugesuch erteilte der Gemeinderat einstimmig sein Einvernehmen: Antrag auf Baugenehmigung zur Brandschutzertüchtigung unter anderem mit dem Anbau von zwei Rettungswegen, der Erweiterung der Küche durch Anbau eines Lagerraums sowie der Vergrößerung der bestehenden Dachgaube am Gasthaus Löwen, Durlacher Straße 10 in Keltern-Ellmendingen.

Bei den Fragen der Gemeinderäte erkundigte sich Carmen Dennig nach dem Schulbesuch der Flüchtlingskinder in Keltern.Der Vorsitzende informierte, dass es aufgrund der sprachlichen Probleme bisher noch nicht für alle schulpflichtigen Kinder einen Platz in der Schule gebe. Inzwischen hätten sich jedoch durch den Arbeitskreis „Flüchtlinge in Keltern“ mehrere Bürgerinnen und Bürger gefunden, die ehrenamtlich Sprachkurse für die Kinder und auch für die Erwachsenen geben. In diesem Zusammenhang bedankte er sich nicht nur bei diesen ehrenamtlichen Helfern, sondern auch bei den Kirchengemeinden und der Christlichen Gemeinschaft, die hier „eine ganz hervorragende Arbeit leisten“. Susanne Nittel wollte wissen, warum die Verwaltung keine Möbel und keine Kleidung als Sachspenden entgegennehme. Bürgermeister Bochinger erklärte, dass für beides aktuell kein Bedarf bestehe und man sich im Arbeitskreis darauf geeinigt habe, jeweils einen Aufruf in den Gemeindenachrichten zu starten, sobald Sachspenden benötigt werden. Er wies darauf hin, dass die Christliche Gemeinschaft Kleiderspenden zur Weiterleitung an östliche Länder immer gerne entgegennehme.

Die nächste Sitzung des Gemeinderates findet am Dienstag, 27.01.2015, um 19:00 Uhr im Rathaus Ellmendingen statt.